Wirtschaft 06.03.2013

"Europa ist zu billig und hat viel Potenzial"

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Es gebe aber reihenweise Weltmarktführer und Produkte, die in Asien heiß begehrt seien.

Der Dow-Jones-Index der New Yorker Börse blieb auch am Mittwoch auf Rekordjagd. Kurz nach Handelsbeginn kletterte er erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 14.300 Punkten. Genährt wurde der Optimismus der Anleger, weiterhin gut mit Aktien zu verdienen, vom amerikanischen Arbeitsmarkt. US-Unternehmen haben im Februar 198.000 neue Jobs geschaffen – viel mehr als erwartet.

DAX auf höchstem Stand seit fünf Jahren

In Europa sind noch keine neuen Index-Rekorde zu vermelden, das ist aber nur noch eine Frage der Zeit. Der Frankfurter Leitindex DAX liegt aktuell auf dem höchsten Stand seit rund fünf Jahren und ist nur noch 200 Punkte von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2007 entfernt. Für den EuroStoxx50, der die fünfzig größten Konzerne der Eurozone enthält, ist es allerdings noch ein breiter Weg bis zum alten Rekordstand aus dem Jahr 2007. Damals lag der Index bei 4500 Punkten, jetzt sind es rund 2700.

Europa ist ein Markt, den keiner mag“, berichtet Herbert Perus, bei Raiffeisen Capital Management für globale Aktien zuständig, von seinen Erfahrungen mit US-Investoren. Die würden Europa links liegen lassen, obwohl europäische Aktien um 40 Prozent billiger wären als Titel aus den USA. „Europa ist viel zu billig und hat noch viel Potenzial“, sagt Perus.

"In China wird immer mehr davon gekauft"

Schuldenkrise hin oder her, wirklich wichtig seien die Unternehmen. Und da gebe es reihenweise Weltmarktführer und Produkte, die in Asien heiß begehrt seien. Eisenbahnen oder Luxustaschen aus Frankreich, Autos aus Deutschland – „in China wird immer mehr davon gekauft“, sagt Perus. Und trotzdem würden europäische Aktien in internationalen Portfolios erst eine untergeordnete Rolle spielen. Das sollte sich aber ändern. Die Aktienexperte geht davon aus, dass „wir Jahre mit schönen Kursgewinnen von durchschnittlich 15 Prozent vor uns haben“.

Von einem Aktienboom könne noch lange keine Rede sein. Perus: „Was wir jetzt sehen, ist, dass institutionelle Investoren beginnen, ihre Aktienquoten leicht anzuheben.“

Erstellt am 06.03.2013