Euro-Scheine werden umgestaltet: EZB hat Vorauswahl getroffen
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Zusammenfassung
- Die EZB plant ein neues Design für Euro-Banknoten mit Themen wie europäischer Kultur und Natur.
- Ein Gestaltungswettbewerb ist für 2025 geplant, und die neuen Scheine sollen einige Jahre später verfügbar sein.
- Die Neugestaltung soll sowohl Fälschungssicherheit erhöhen als auch die Umweltfolgen reduzieren.
Vögel, Flüsse, Bauwerke oder berühmte Persönlichkeiten wie Marie Curie und Leonardo da Vinci: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine Vorauswahl an Motiven getroffen, die die geplanten neuen Euro-Banknoten zieren sollen.
"Die neuen Banknoten werden unsere gemeinsame Identität und die Vielfalt symbolisieren, die Europa stark macht", sagte EZB Präsidentin Christine Lagarde.
Zwei Gruppen
Beim ersten Thema "Europäische Kultur" geht es um gemeinsame Kulturstätten und "herausragende Europäerinnen und Europäer", wie die EZB in Frankfurt mitteilte.
Motive sind etwa die Nobelpreisträgerin Marie Curie, der Komponist Ludwig van Beethoven und der Maler und Bildhauer Leonardo da Vinci. Auf der Rückseite sollen etwa Straßenkünstler, eine Bibliothek oder Universität zu sehen sein.
5 Euro-Schein: Darstellende Kunst
Vorderseite: Maria Callas
Rückseite: Straßenkünstler (Musik, Tanz, Theater) unterhalten vorbeilaufende Menschen
10 Euro-Schein: Musik
Vorderseite: Ludwig van Beethoven
Rückseite: Sängerfest mit Chor aus Kindern und jungen Erwachsenen
20 Euro-Schein: Schulen und Universitäten
Vorderseite: Marie Curie
Rückseite: Schule oder Universität und Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern bzw. Studierenden. Auf den Tischen liegen Notebooks und Bücher
50 Euro-Schein: Bibliotheken
Vorderseite: Miguel de Cervantes
Rückseite: Eine Bibliothek, in der ein paar Erwachsene Bücher und E-Bücher lesen. Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen versuchen, sich ein Buch aus einem Regal zu angeln
100 Euro-Schein: Museen und Ausstellungen
Vorderseite: Leonardo da Vinci
Rückseite: Personen unterschiedlichen Alters bewundern Streetart, zeitgenössische Kunst usw.
200 Euro-Schein: Öffentliche Plätze
Vorderseite: Bertha von Suttner
Rückseite: Ein Platz mit Bäumen, auf dem Jung und Alt zusammenkommen, sich unterhalten, spazieren gehen und spielen
Die zweite Gruppe "Flüsse und Vögel" befasst sich mit der Widerstandskraft und Vielfalt der Natur. Auf der Rückseite der Banknoten wären bei diesem Thema europäische Institutionen zu sehen, zum Beispiel das Europäische Parlament oder die Europäische Kommission.
"Wir freuen uns, diese lebensnahen Motive vorzustellen, die unser Bekenntnis zu Europa und unsere Wertschätzung für sein kulturellen Erbes und seine Natur zum Ausdruck bringen“, sagte Lagarde. In die Entscheidung eingeflossen sind die Anregungen von Fachleuten und eine Umfrage, an der 2023 rund 365.000 Europäerinnen und Europäer teilnahmen.
Die EZB hatte Ende 2021 einen Prozess zur Neugestaltung der Geldscheine angestoßen.
5 Euro-Schein
Vorderseite: Gebirgsquelle, Ein Mauerläufer neben einer Gebirgslandschaft
Rückseite: Europäisches Parlament
10 Euro-Schein
Vorderseite: Wasserfall, Eisvogel in einem Wasserfall oder langsamen Flussabschnitt
Rückseite: Europäische Kommission
20 Euro-Schein
Vorderseite: Eingegrabenes Flusstal, Schwarm von Bienenfressern in einer Sandwand entlang des Ufers eines breiten, eingegrabenen Flusstals
Rückseite: Europäische Zentralbank
50 Euro-Schein
Vorderseite: Gewundener Fluss, Weißstorch fliegt über ein gewundenes, flaches Flusstal
Rückseite: Gerichtshof der Europäischen Union
100 Euro-Schein
Vorderseite: Flussmündung, Säbelschnäbler sucht im Schlamm nach Nahrung
Rückseite: Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union
200 Euro-Schein
Vorderseite: Meereslandschaft, Basstölpel schwebt über hohen Ozeanwellen
Rückseite: Europäischer Rechnungshof
Die neuen Scheine sollen länger halten
Notenbanken entwickeln regelmäßig neue Banknotenserien, um Fälschern das Handwerk zu erschweren. Zudem will die EZB die Umweltfolgen verringern. Die Scheine sollen zum Beispiel eine längere Lebensdauer haben.
Bis Verbraucher die neuen Scheine in Händen halten, wird aber noch Zeit vergehen. Ein Gestaltungswettbewerb soll 2025 stattfinden, damit der EZB-Rat endgültige Motive 2026 auswählen kann. Dann will die EZB die Entwürfe der Bevölkerung präsentieren und sie nach ihrer Meinung fragen. In den Händen halten können die Menschen die neuen Banknoten aber erst einige Jahre später, erklärte die EZB.
Bekenntnis zum Bargeld
Die Motive auf aktuellen Euro-Banknoten sind anders als bei früheren nationalen Währungen relativ nüchtern: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Die ersten Euro-Banknoten wurden am 2002 ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen komplett
Zugleich bekennt sich die EZB nun zum Bargeld. "Wir arbeiten an neuen Banknoten, da wir heute und in Zukunft auf Bargeld setzen. Banknoten sind ein Symbol der europäischen Einheit", sagte Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums.
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