Wirtschaft
28.08.2017

Es wird heuer mehr guten Rotwein geben

Weinernte 2017. Trend zur künstlichen Bewässerung von Weingärten. Preise bleiben stabil.

Die Freunde von kräftigen heimischen Rotweinen können sich freuen. Die steigende Zahl an Hitzetagen hat zur Folge, dass sich vor allem die Trauben für gehaltvolle Rotweine bisher sehr gut entwickelt haben. Daher wird es heuer wohl mehr sehr gute Rotweine geben. Zumal es anders als im vergangenen Jahr bislang keine massiven Ernteausfälle im Burgenland gegeben hat. Mittelfristig wird wegen des Klimawandels der Anteil an Rebflächen mit Rotwein steigen.

Durchschnittliche Menge

"Die extreme Hitze hat dem Weinjahrgang 2017 nicht geschadet." Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager rechnet daher mit einer durchschnittlichen Erntemenge und auch mit stabilen Preisen. Wenn es in den nächsten Wochen noch genug regnet, wird die Weinernte heuer 2,3 Millionen Hektoliter ausmachen. Wenn der Regen ausbleibt, werden die geschätzten Mengen allerdings nicht erreicht.

Auch bei den Weißweinen wird es durch den Temperaturanstieg leichter, gehaltvollen Weine herzustellen. Das geht allerdings zu Lasten der Spritzigkeit des Weins, was bisher eine Charakteristik vieler heimischer Sorten ist. Weißweinsorten, die Hitze besser vertragen, sind etwa Neuburger oder auch Riesling.

Auch die künstliche Bewässerung von Weingärten wird immer mehr ein Thema. Derzeit sind laut Schätzung von Schmuckenschlager nicht einmal zehn Prozent der Weinanbaufläche mit Anlagen für künstliche Bewässerung ausgestattet. Es geht dabei hauptsächlich um Weinberge in der Wachau, der Thermenregion und im nördlichen Weinviertel.

Neue Weinberge

Vor allem wenn Weinberge neu angelegt werden, wird oft auch eine Bewässerungsanlage errichtet. Eine derartige Anlage kostet pro Hektar zwischen 3000 und 5000 Euro. Das Neupflanzen von Rebstöcken ist mit rund 15.000 Euro pro Hektar deutlich teurer. Allerdings steigt durch die zusätzliche Bewässerung die Menge und die Qualität der Ernte. Die Ausgaben für die Bewässerungsanlage rentieren sich also.

Es ist jedoch bisweilen nicht einfach, im Sommer die notwendigen Wassermengen sicherzustellen. Daher seien Kooperationen von ganzen Ortschaften nicht unüblich, berichtet Schmuckenschlager aus der Praxis. Wegen des heißen Sommers wird die Haupternte heuer um zehn bis 14 Tag früher stattfinden, als etwa um den zehnten September.