International gilt österreichischer Wein lediglich als ein Nischenprodukt.

© Anna Stöcher

VieVinum
06/01/2016

Es wird ein (heimischer) Wein sein ...

Weinmesse VieVinum: Viel Marketing, um international Aufmerksamkeit zu erregen.

von Andreas Anzenberger

Der neue Bundespräsident wird demnächst in die Wiener Hofburg einziehen. "Wir sind schon seit vielen Jahren da", sagt der Präsident des Weinbauverbandes, Johannes Schmuckenschlager. Vom 4. bis 6. Juni werden rund 500 Aussteller in imperialem Rahmen ihre Weine bei der VieVinum präsentieren (www.vievinum.at). Nicht nur den interessierten Weinfreunden, sondern auch Weinhändlern, Sommeliers und Fachjournalisten.

Wegen der – verglichen mit großen Weinländern wie Italien – niedrigen Produktionsmengen ist österreichischer Wein ein Nischenprodukt, das man den Kunden erst einmal erklären muss. Weinbaugebiete wie Bordeaux oder Burgund sind allgemein bekannt. Bei Weinviertel DAC klingelt es nicht unbedingt.

Deutsche Kunden

Ohne geschicktes Marketing geht daher nicht viel. Weinmessen wie die VieVinum sind ein Teil davon. "Notwendig ist ein konsequenter Image- und Verteilungsaufbau in der qualitativ hochwertigen Nische", lautet die Strategie von Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing (ÖWM). Deutschland ist nach wie vor der größte Abnehmer von Wein aus Österreich. Angestrebt wird die Präsenz auf möglichst vielen Märkten in Europa, den USA sowie in asiatischen Staaten wie China oder Russland. Dementsprechend international schaut auch die Gästeliste der ÖWM für die "Leistungsschau des österreichischen Weins" (Klinger) aus.

Wahrer Wert

Der Wert der Weinexporte beträgt rund 144 Millionen Euro. Die ÖWM hat nun eine Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Weinwirtschaft in Auftrag gegeben. Da geht es nicht nur um die Frage, wie viele Flaschen verkauft werden. Für die VieVinum gibt es spezielle Angebote für Wein-Touristen. Gäste, die zum Weinverkosten nach Österreich kommen, geben mehr Geld aus als der Durchschnitt. Im Jänner wurde Österreich von US-Tourismusexperten zur schönsten Weinreise-Destination Europas gewählt.

Über Zuschauermangel kann sich VieVinum-Organisatorin Alexandra Graski-Hoffmann nicht beklagen. Die Betreuung der internationalen Gäste wurde deshalb ins Gourmet-Zelt vor der Hofburg ausgelagert.

Ein Anreiz, die Weinmesse zu besuchen, ist das umfangreiche und größtenteils kostenlose Rahmenprogramm.

Ländermatch

Sonntagnachmittag etwa ist um 16 Uhr Anstoß zum traditionellen Weinländerspiel Österreich gegen Deutschland. Diesmal haben die beiden Teamchefs nur Rote Cuvées in ihre Mannschaften aufgenommen. Über den Sieger entscheidet ein paritätisch besetztes Schiedsrichter-Team. Das Publikum darf zwar mitverkosten, aber nicht mitbewerten.

Exporterfolg

Durchaus zufrieden mit dem bisherigen Geschäftsgang ist Alexander Zahel. Denn sowohl die Lufthansa als auch die AUA haben erst kürzlich beim Weingut Zahel in Wien-Liesing eine größere Menge eingekauft. Die Verträge sind bereits unterschreiben. 100.000 Flaschen Grüner Veltliner werden künftig in der Businessclass der Lufthansa ausgeschenkt. 100.000 Flaschen Gemischter Satz warten auf die Gäste der AUA. Macht insgesamt 200.000 Flaschen, die in die Luft gehen.
Alexander Zahel hat trotzdem noch nicht abgehoben. Er freut sich natürlich über den Exporterfolg. Die Bestellung der AUA sei der Beweis dafür, dass „der Gemischte Satz bei der breiten Masse angekommen ist.“

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