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Wirtschaft
05/28/2019

Es gibt mehrere Gründe, warum der Goldpreis steigen könnte

Prognose: Das Misstrauen in den US-Dollar könnte den Goldpreis weiter glänzen lassen.

von Christine Klafl

Der Schreck wird Aktienanlegern noch lange in Erinnerung bleiben: Nach einer recht guten Aktienkursentwicklung setzte im Oktober 2018 ein Ausverkauf ein. Im Dezember erlebte der S&P500-Index der New Yorker Börse überhaupt die heftigsten Verluste seit der „Großen Depression“. Der Goldpreis dagegen zog im vierten Quartal um mehr als acht Prozent an. Für den Goldexperten Ronald Stöferle vom Vermögensverwalter Incrementum einmal mehr ein Beweis dafür, dass das Edelmetall stabilisierend wirkt. Stöferle und sein Partner Mark Valek liefern in ihrem jüngsten Report „In Gold We Trust“ etliche Argumente, warum der Goldpreis weiter steigen könnte. In der Grafik ganz unten ist zu sehen, wie sich Gold und Aktien im Vorjahr schlugen.

- Notenbanken kaufen

In einer Reihe von Ländern nimmt das Misstrauen gegen eine Währungsordnung, in der der US-Dollar im Zentrum steht, zu. Die Konsequenz: Die Notenbanken dieser Länder, allen voran Russland, kaufen massiv Gold. Im Vorjahr machten diese Käufe 657 Tonnen aus – so viel wie seit dem Ende von Bretton Woods 1971 nicht mehr. Die hohe Nachfrage setzt sich fort.

- Schwächerer Dollar

Ende Juni wird die US-Wirtschaft einen Rekord schaffen – einen längeren Konjunkturzyklus gab es bisher noch nie. Die nächste Rezession ist zwar noch nicht in Sicht, wird aber kommen. Die US-Notenbank wird die Leitzinsen nicht mehr anheben, sondern sie bei ersten Alarmzeichen sofort senken. Der US-Dollar wird schon in den kommenden Quartalen an Kurs verlieren, so die Prognose. Was schlecht für den Dollar ist, ist gut für den Goldpreis. Ein schwächerer Dollar kann US-Präsident Donald Trump übrigens nur recht sein, will er doch eine Re-Industrialisierung des Landes erreichen. Ein günstigerer Greenback hilft der Industrie beim Exportieren.

- Auf Pump

Alle Länder der Eurozone wiesen im Vorjahr ein Budgetdefizit von zusammengerechnet 80 Milliarden Euro auf. Die USA kamen auf ein Defizit von 800 Milliarden Dollar. „Der Aufschwung ist auf Pump finanziert“, sagt Stöferle. Für die Experten kann das auch das Vertrauen in die Aktienmärkte trüben. Durch den enormen Berg an neuen Schulden verliere der Dollar sukzessive seinen Status als sicherer Hafen.

- Unterbewertung

Im Verhältnis zu US-Aktien sind Rohstoffe, nicht nur Gold, „radikal unterbewertet“, sagen die Goldprofis. Gemessen am Dow-Jones-Index werden Rohstoffe auf dem tiefsten Bewertungsniveau seit Mitte der 1960er-Jahre gehandelt.

Von Kursen oberhalb von 1.900 Dollar wie im Herbst 2011 ist der Goldpreis mit aktuell um die 1.280 Dollar weit entfernt. Wenn er den „technischen Rubikon“ überspringen kann, wie Stöferle und Valek den Widerstand bei 1.360 bis 1.380 Dollar nennen, ist aber Platz nach oben. In einem Jahr könnte die Unze Gold durchaus bei 1.500 Dollar gehandelt werden. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um knapp zehn Prozent gestiegen.

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