Erste Proberunde mit dem Opel Ampera

Erste Ausfahrt mit dem Elektro-Auto mit Benzinmotor, das Ende 2011 bei uns starten und 42.900 Euro kosten soll.

Umweltpreise hat er schon jede Menge bekommen. Dabei ist der Opel Ampera, das erste E-Auto mit Range-Extender (siehe letztes Bild) noch gar nicht zu kaufen. Erst Ende 2011, aber noch vor seinem Zwillingsbruder, dem Chevrolet Volt, soll er bei den Händlern stehen, so der Opel-Importeurssprecher. Das Opel-Werk in Wien Aspern ist vorne mit dabei: Es liefert den Range Extender, einen 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 86 PS. Dieser Benzinmotor soll helfen, den Kunden die Angst vorm Liegenbleiben mit E-Autos zu nehmen. Denn sind die 16-kWh-Lithium-Ionen-Speicher des Ampera, die auch an der Steckdose (4 h) geladen werden können, leer, wird der Benzinmotor aktiviert, der Kraft an einen Generator liefert, der daraus Strom für die Batterien macht. Gleiches passiert, wenn der Lenker etwa auf der Autobahn voll beschleunigen will. Dann trägt der Benziner dazu bei, dass der E-Motor nicht heiß wird. Auf den Testrunden gelangen diese Übergänge überaus weich und harmonisch. Die Geräusche des Benziners sind kaum wahrnehmbar, er fährt immer im "Bestbereich" (verbrauchsoptimiert), der Antrieb erfolgt immer mit dem Elektro-Motor (150 PS). Der Viersitzer schafft die 0 auf 100 km/h in 9 sec, die Spitze ist mit 160 km/h erreicht. Kennzeichen eines Elektro-Antriebs mit Range Extender und zugleich wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zu einem Plug-in-Hybrid, der auch weitere Strecken (bis zu 60 km) rein elektrisch fahren kann, ist die Tatsache, dass es hier keinen Durchtrieb zwischen Benzinmotor und Rädern gibt. Der Kraftfluss nimmt immer den Umweg über Generator und Batterien. Was keinen guten Gesamt-Wirkungsgrad erwarten lässt, wenn der Benziner zu oft einspringen soll. Verbrauchswerte rückt Opel aber noch nicht heraus. Wer jedoch nur 60 km pro Tag zurücklegt und daheim laden kann, wird kaum Benzin tanken müssen. Damit dieser trotzdem, vor allem mit Biosprit-Beimengung, nicht "kippt", wenn er lange im Tank bleibt, wird der Benzinmotor zwischendurch immer wieder vom Bordrechner eingeschaltet. Range Extender = Reichweitenerhöher

So heißen Verbrennungsmotoren, die in E-Autos bei Bedarf Kraft für den Generator liefern, die dieser in Strom umwandelt und so während der Fahrt die Batterien auflädt. Plus: E-Autos kommen damit auf gewohnte Reichweiten (etwa 400 km), fahren aber immer elektrisch. Minus: Wird der Verbrennungsmotor oft gebraucht, verschlechtert sich der Wirkungsgrad wegen der Umwandlungsverluste.

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(kurier) Erstellt am
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