© Goldmann Verlag

Fifty Shades of Grey
03/12/2013

Bertelsmann: 70 Mio. Stück Erotik retten Bilanz

Die Roman-Trilogie "Fifty Shades" gleicht damit das Fiasko um die FTD aus.

Sex sells. Der dreiteilige Erotikroman "Fifty Shades" um Sexspiele mit Fesseln und Peitschen wurde im Vorjahr zum weltweiten Bestseller. Erfreut darüber ist vor allem der Bertelsmann-Verlag.

Denn mit dem Roman-Bestseller hat der Medienkonzern die Misere seiner Wirtschaftsmedien um die Financial Times Deutschland wettgemacht und sein Betriebsergebnis 2012 auf dem Vorjahresniveau halten können, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Bertelsmann hatte Ende Jänner für das abgelaufene Jahr einen Betriebsgewinn (operating Ebit) von 1,7 Milliarden Euro und ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 16 Milliarden Euro bekanntgegeben. Zu Einzelheiten wollte sich der Konzern auch am Montag nicht äußern und verwies auf seine Bilanzvorlage am 26. März.

Mommy Porn

Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass die "Fifty Shades"-Romane der britischen Autorin Erika Leonard, die unter dem Pseudonym E. L. James schreibt, bisher mehr als 70 Millionen Mal verkauft wurden. Weil sich angeblich viele Mütter in den USA für die erotische Reihe begeistern, haben die Romane dort schon den Spitznamen "Mommy Porn" (Mütterporno) abbekommen.

Weltmarktführer

Der Zeitung zufolge hat der Bertelsmann-Buchverlag Random House 2012 mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. Das Betriebsergebnis sei auf mehr als 300 Millionen Euro gestiegen von 185 Millionen Euro im Jahr zuvor. Bertelsmann und der britische Rivale Pearson schließen ihre Buchverlage Random House und Penguin gerade zum Weltmarktführer zusammen.

Der Betriebsgewinn des Zeitschriften- und Zeitungsverlags Gruner + Jahr brach dem Zeitungsbericht zufolge dagegen ein - auf einen Wert in der Größenordnung von 160 Millionen Euro nach 233 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich werde Gruner + Jahr wohl einen Verlust in niedriger zweistelliger Millionenhöhe ausweisen.

FTD: Das Ende einer Ära

Gründe seien Sonderbelastungen im Zusammenhang mit dem weitgehenden Rückzug aus den Wirtschaftsmedien und Wertberichtigungen im spanischen Zeitschriftengeschäft sowie bei der amerikanischen Tochtergesellschaft Brown Printing. Gruner + Jahr hat dieFinancial Times Deutschlandim Dezember nach zwölf verlustreichen Jahren eingestellt.
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