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Wirtschaft
07/01/2020

Erneut Razzia bei Wirecard in Deutschland und Österreich

Zwölf Staatsanwälte sind im Einsatz, betroffen sind drei Standorte in Deutschland und zwei in Österreich.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Staatsanwaltschaft München I durchsucht heute laut Süddeutscher Zeitung "die Geschäftsräume von Wirecard. Insgesamt durchkämmen zwölf Staatsanwälte, 33 Polizeibeamte und zahlreiche IT-Fachleute fünf Gebäude. Drei davon stehen in München und Umgebung, darunter auch der Firmensitz in Aschheim, zwei weitere in Österreich. Ins Visier hat sie "(ehemalige) Verantwortliche der Wirecard" genommen, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Konkret geht es um den Vorwurf der Marktmanipulation und darum, dass womöglich falsche Angaben gemacht wurden."

Durchsucht wird auch der Wohnsitz von Markus Braun in Wien-Hietzing. Braun ist Eigentümer einer Liegenschaft, die seit 14. Mai 2020 mit einem 30 Millionen Euro schweren Pfandrecht der Oldenburgischen Landesbank belastet ist. Seine MB BeteiligungsmbH besitzt vier Liegenschaftsanteile in Wien-Lainz. Auch diese Liegenschaften sind mit einem Hypothekarpfandrecht in Höhe von 30 Millionen Euro der Oldenburgischen Landesbank belastet. Außerdem ist Braun Eigentümer eines Hauses In Kitzbühel, das er im Jahr 2013 um 11,7 Millionen Euro erworben hat. Auch diese Liegenschaft mit 1.161 Quadratmeter Grundfläche ist mit einem Pfandrecht (30 Millionen Euro) der Oldenburgischen Landesbank belastet.

Dazu muss man wissen, dass Braun und seine deutsche MB BeteiligungsgmbH am 14. Mai 2020 mit der Oldenburgischen Landesbank einen sogenannten Pfandbestellungsvertrag über eine Darlehen in Höhe von 120 Millionen Euro abgeschlossen haben. Ob es sich dabei um ein neues Darlehen handelt oder neue Besicherungen für bestehende Darlehensverpflichtungen, ist derzeit noch unklar.

Indes hat Brauns Anwalt laut Süddeutscher Zeitung den Behörden volle Kooperation angekündigt. Der Ex-Wirecard-Boss befindet sich gegen eine Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro auf freiem Fuß. Ex-Vorstand Jan Marsalek soll auf der Flucht sein, er soll sich in Asien aufhalten. Marsalek wird per Haftbefehl gesucht.