Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Mega-Deal: Mistral kauft Linzer KI-Start-up

Der französische KI-Konzern Mistral übernimmt für eine kolportierte Summe im mittleren dreistelligen Millionenbereich das auf Industrieanwendungen spezialisierte Unternehmen.
Mistral AI

Zusammenfassung

  • Der französische KI-Konzern Mistral übernimmt das Linzer Start-up Emmi AI für eine kolportierte Summe von rund 500 Millionen Euro.
  • Emmi AI entwickelt KI-gestützte Simulationsmodelle für Industrieanwendungen und wird mit seinem mehr als 30-köpfigen Team in Mistral integriert.
  • Mit der Übernahme stärkt Mistral seine Position in der industriellen KI und hat jetzt auch einen Sitz in Linz.

Es ist der bisher größte Verkauf eines österreichischen KI-Unternehmens und wohl einer der größten Exits der heimischen Start-up-Geschichte. Der europäische KI-Primus Mistral übernimmt das auf industrielle Anwendungen für Künstliche Intelligenz spezialisierte Linzer Start-up Emmi AI. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, kolportiert wird eine Summe im mittleren dreistelligen Millionenbereich, also rund 500 Millionen Euro. 

Das 2024 als Spin-off der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) gegründete Unternehmen entwickelt KI-gestützte Simulationsmodelle für Arbeitsabläufe in der Energie-, Automobil-, Halbleiter- sowie Luft- und Raumfahrtsindustrie. An der Echtzeit-Stabilisierung von Stromnetzen wird ebenso gearbeitet wie an Simulationen von Fertigungsverfahren und Sicherheitstests für Fahrzeuge. Mit KI können solche Simulationen, die früher Tage oder Wochen in Anspruch nahmen, innerhalb weniger Sekunden erstellt werden.  

Noch im Mai soll das Team aus mehr als 30 Forschern und Ingenieuren in den französischen Konzern integriert werden, heißt es in einer Aussendung der beiden Unternehmen. 

46-225015779

Emmi-AI-Gründer: Johannes Brandstetter, Dennis Just und Miks Mikelsons

Europäischer KI-Primus

Die Übernahme festige die Führungsposition von Mistral im Bereich der industriellen KI und werde Innovationen vorantreiben, wird Mistral-Chef Arthur Mensch zitiert. Sein Unternehmen ist im Bereich großer Sprachmodelle in Europa führend und macht US-Größen wie OpenAI oder Anthropic Konkurrenz. 

Die Technologie des Unternehmens kommt auch bei industriellen Anwendungen zum Einsatz, etwa beim Autokonzern Stellantis, beim Drohnenhersteller Helsing oder beim Maschinenhersteller für die Chipindustrie ASML. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde wurde das 2023 in Paris gegründete Start-up mit rund 13 Milliarden Euro bewertet und ist damit das wertvollste Technologieunternehmen Europas.

Die Integration in das KI-Ökosystem von Mistral schaffe die Voraussetzungen für die Entwicklung und den Bau der nächsten Generation von Flugzeugen, Fahrzeugen und Halbleitern, sagte Johannes Brandstetter, der Emmi AI mitgründete und als Professor am Institut für Machine Learning an der JKU tätig ist. 

Emmi AI sammelte in einer der größten österreichischen Start-up-Finanzierungen im vergangenen Jahr 15 Millionen Euro von Investoren ein.  Darunter die Wiener Risikokapitalfonds 3VC und Speed Invest, die jeweils etwas mehr als 11 Prozent an dem Unternehmen halten.  Weitere Anteile werden im Firmenbuch den Gründern Johannes Brandstetter und Dennis Just - jeweils rund 21,7 Prozent - sowie Miks Mikelson (6,7 Prozent) zugeschrieben. Mehr als 16 Prozent hält auch das vom Linzer KI–Pionier Sepp Hochreiter gegründete Unternehmen NXAI, aus dessen Forschungsgruppe „AI4Simulation“ Emmi AI hervorgegangen ist. An NXAI ist auch der Industrielle und frühere KTM–Chef Stefan Pierer über die Pierer Digital Holding beteiligt.

KI-Standort Linz

Mit der Übernahme wird nun auch Linz Standort des französischen KI-Konzerns. Die Mitarbeiterzahl soll von 30 auf 50 Leute ausgebaut werden, heißt es.  

Kommentare