Elektrisch fahren mit Wasserstoff

Der große Vorteil von Brennstoffzellen-Pkw gegenüber Strom-Vehikeln sind schnelles Tanken und größere Reichweite.
Foto: Werk

Brennstoffzellen-Autos. GM/Opel hält am geplanten Serienstart 2015 fest. Praxistests verliefen positiv, Probleme gibts mit Tankstellen.

Derzeit dominiert das Thema Batterie-Elektro-Auto, aber 2015 sollen auch Brennstoffzellen-Autos starten. Auch bei GM/Opel. Dies wurde neuerlich bestätigt. Bereits 2009 hatten die Autohersteller Daimler, Ford, GM, Honda, Hyundai, Kia, Renault, Nissan, Toyota sowie Energiekonzerne eine entsprechende Initiative unterzeichnet.

Praxistest

Ein mehrjähriger Testlauf mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen in Berlin zeige: "Unsere Autos sind sehr zuverlässig, von den Wasserstoff-Tankstellen kann man das nicht behaupten." Was vor allem an mangelnder Wartung liege, so ein Opel-Techniker.

Brennstoffzellen-Autos werden wie Batterie-Elektro-Fahrzeuge von einem E-Motor angetrieben, der Strom dafür wird aber nicht in Batterien gespeichert, sondern an Bord in Brennstoffzellen in einer chemischen Reaktion aus Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt. GM/Opel setzt auf Druck-Wasserstoff mit 700 bar, das erlaube 420 km Reichweite. Das Tanken (ca. 4 kg) kann in drei Minuten erfolgen, sofern das Tanksystem auf -40 C vorgekühlt ist. Der billigste Wasserstoff wird aus Erdgas erzeugt und kostet an der Tankstelle in Deutschland 8 €/kg, was für 100 km reicht. Damit ist derzeit Wasserstoff netto ungefähr so teuer wie Benzin brutto. Mittelfristig gilt Wasserstoff als attraktiver Speicher für überflüssigen Strom aus Windkraft.

Bis 2015 soll der Brennstoffzellen-Antrieb noch um die Hälfte kleiner und günstiger werden. Vor allem durch eine Reduktion der einzelnen Teile sowie des Platinbedarfs (heute acht Mal so groß wie für einen Dreiwege-Kat) sowie durch die Umstellung auf Massenproduktion (2015: 10.000 Stück). Die Dauerhaltbarkeit soll 5500 Stunden erreichen, was rund 200.000 km Laufleistung entspricht, heute liegt sie bei 1500 Stunden.

(kurier) Erstellt am
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