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Wirtschaft
10/21/2020

Eine "Corona-Prämie" sorgt für Unmut unter Bierbrauern

Bier-Branche: Die Lohnverhandlungen stocken, die Gewerkschaft fordert die Abgeltung der Inflation plus zumindest 250 Euro oben drauf.

von Michael Bachner

„Die Zukunft von Österreichs Bierkultur wurzelt in einem nachhaltigen Heute.“

Mit dieser Überschrift wollte die Brauunion am Dienstag zur Lektüre ihres druckfrischen Nachhaltigkeitsberichtes anregen. Doch die Aussendung des heimischen Bier-Marktführers ging medial unter.

Denn: Die Kollektivvertragsverhandlungen in der Branche stocken und die Gewerkschaft ergreift jetzt erste Kampfmaßnahmen – beginnend mit Informationsveranstaltungen und Betriebsversammlungen. Sie will eine nachhaltige Lohnerhöhung erreichen. Sprich, die Abgeltung der Inflationsrate plus eine Corona-Prämie von zumindest 250 Euro für jeden der rund 3.500 Beschäftigten.

Diese Prämie sollen freilich nur jene großen Betriebe wie die Brauunion zahlen müssen, die sie sich auch leisten können. Dort, wo beispielsweise das Event-Geschäft eingebrochen ist und im Fassbier-Verkauf Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent zu verzeichnen sind, verzichtet die Gewerkschaft auf die Prämien-Forderung, wie Arbeitnehmer-Chefverhandler Anton Hiben von der Gewerkschaft „Pro-Ge“ im KURIER-Gespräch erklärt.

Hiben sagt: "Wir wissen, dass die Bäume wegen Corona heuer nicht in den Himmel wachsen. Daher sprechen wir von einer Opt-Out-Klausel für alle Betriebe, die nachweisen können, dass sie sich die Corona-Prämie einfach nicht leisten können.“

Der Arbeitgeberseite ist das dennoch viel zu viel. Die mittlerweile vierte Verhandlungsrunde wurde ergebnislos abgebrochen. Zugrunde liegt den Gesprächen eine Inflationsrate von 1,45 Prozent. Oben drauf soll die besagte Corona-Prämie kommen, sie wird aber von den Arbeitgebern "kategorisch abgelehnt“ – auch wenn sie nur auf betrieblicher Ebene verhandelt würde, schildert Hiben.

Die nächste Runde ist für den 23. November angesetzt. Bis dahin übt sich die Gewerkschaft schon einmal im Säbelrasseln. Und denkt per Aussendung auch laut über einen möglichen Streiks nach: "Droht ein Weihnachten ohne Bier?“

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