© REUTERS/CHRISTIAN HARTMANN

Wirtschaft
02/11/2021

Druck auf Danone-Boss steigt, zweiter Investor für Änderung in Chefetage

Rollen des Firmenchefs und des Verwaltungsratschefs sollen künftig getrennt werden.

Der Druck auf Danone-Chef Emmanuel Faber steigt. Der Investor Artisan Partners forderte am Donnerstag den französischen Nahrungsmittelhersteller in einem Brief auf, die Rollen des Firmenchefs und des Verwaltungsratschefs bei dem Konzern zu trennen. Damit drängt der Aktionär ebenfalls auf eine Änderung im Führungszirkel wie der aktivistische Investor Bluebell, der sich jedoch für einen Rücktritt von Danone-Chef Faber ausgesprochen hatte.

Danone war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Aktien legten bis zu 4,2 Prozent zu.Artisan hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr damit begonnen, Anteile an Danone zu kaufen, und kommt inzwischen auf drei Prozent der Papiere. Artisan gilt als langfristiger Investor, äußert seit ein paar Jahren aber immer wieder öffentlich Kritik an unternehmerischen Entscheidungen bei seinen Beteiligungen.

Der Investor habe seine Sorgen in einem Brief an das unabhängige Danone-Verwaltungsratsmitglied Gilles Schnepp offengelegt und sei in Kontakt mit dem Branchenexperten und Ex-Danone-Manager Jan Bennink, um einen Plan für Danone zu entwickeln.

"Die Anziehungskraft von Danone ist sehr einfach: das Unternehmen hat eines der besten Portfolien in der weltweiten Lebensmittelbranche", heißt es in dem Brief. "Unglücklicherweise passt die finanzielle Entwicklung von Danone nicht zu der Qualität des Portfolios. Sie hinkt bei fast jeder Kennzahl hinterher."

Faber steht seit 2014 an der Spitze von Danone und übernahm drei Jahre später auch den Posten des Verwaltungsratschefs. Als Reaktion auf die Kritik der Aktionäre hat er unter anderem den Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen angekündigt, zudem soll das Produktportfolio ausgemistet werden.

Danone leidet derzeit insbesondere darunter, dass angesichts der Pandemie Restaurants in vielen Ländern geschlossen sind beziehungsweise Menschen deutlich seltener ausgehen. Das lastet auf dem Gastro-Geschäft. Allein im Jahr 2020 gab der Aktienkurs fast 30 Prozent nach.

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