Wirtschaft 15.05.2018

DiTech-Konkurs beendet: 2,65 Millionen Euro für Gläubiger

© Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Gerhard Weinhofer von Creditreform: "Verfahren hat lange gedauert, aber Quote ist für ein Handelsunternehmen ganz ordentlich."

Abzüglich aller Kosten und Zahlungsverpflichtungen wurden am Ende 2,649 Millionen Euro an die Gläubiger ausgeschüttet. Das ergibt eine Konkursquote von 7,41 Prozent. Ursprünglich wurde mit viel weniger gerechnet. Anfangs stand das Verfahren mangels Massevermögens sogar auf der Kippe.

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DiTech-Gründer Damian Izdebski © Bild: gilbert novy

Firma aufgelöst.Vor fast genau vier Jahren ist der österreichische Computerhändler Di-Tech GmbH (264 Mitarbeiter, 22 Filialen) mit Karacho in den Konkurs geschlittert. Vor wenigen Tagen wurde das Liquidationsverfahren von Masseverwalter Günther Hödl beendet. Die Gesellschaft ist aufgelöst.

Zuvor wurden 829 Forderungen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 35,73 Millionen Euro anerkannt, 7,35 Millionen Euro konnten aus der Verwertung der Assets erwirtschaftet werden.

 

Eine Warnung

„Das Verfahren hat für eine Firma dieser Größe lange gedauert, aber die Quote ist für ein Handelsunternehmen und für eine Liquidation ganz ordentlich“, sagt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform. Im Schnitt erhalten Gläubiger in einem Insolvenzverfahren zehn bis zwölf Prozent Quote. „Die DiTech-Pleite sollte allen Start-up-Unternehmern eine Warnung sein. Auch sie müssen sich mit dem grundlegenden Einmaleins, das ein Kaufmann beherrschen muss, beschäftigen“, sagt Weinhofer.

DiTech sei umsatzmäßig sehr schnell gewachsen, aber das Rechnungswesen konnte dabei nicht mithalten. „Die Mängel in der Buchhaltung haben letztlich zum Konkurs geführt“, sagt Weinhofer.

Über die Rolle des DiTech-Bilanzprüfers gab es geteilte Meinungen. Ein Gutachter der finanzierenden Banken ortete Schadenersatzansprüche gegen den Bilanzprüfer, ein Gutachter des Masseverwalters aber nicht.

( kurier.at ) Erstellt am 15.05.2018