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Wirtschaft
07/11/2020

Disney: Micky Maus kann - trotz Corona - wieder arbeiten

Der Walt-Disney-Konzern verbucht durch Corona Milliardenverluste. Doch der Konzern steuert gegen die Krise mit einem Bündel an Maßnahmen.

von Angelika Ahrens

Der Countdown läuft: Heute sperrt Walt Disneys Magic Kingdom in Orlando/Florida wieder auf. Viele eingefleischte Fans wissen schon ganz genau, was sie als erstes tun werden. Zum Beispiel die Main Street entlanggehen, das ikonische, frisch renovierte Cinderella-Schloss mit den Türmchen in royalem Blau und edlem Gold unter die Lupe nehmen. Anschließend geht es mit einer Micky-Mouse-Zimtrolle in der Hand auf zu den nächsten Attraktionen. Doch nicht alle sind von der Wiedereröffnung begeistert. Florida, der Sunshine State, ist der neue Corona-Hotspot der USA, mit mehr als zuletzt 11.000 Neuinfektionen pro Tag. Nur ein US-Bundesstaat hat seit März höhere Tageswerte verzeichnet: New York, aber das war Anfang April. Tausende Schauspieler des Parks haben eine Petition unterschrieben, dass der Start verschoben werden sollte. Doch das hat nichts genutzt: Das "Magic Kingdom" und das "Animal Kingdom" sperren auf.

Zwei weitere Parks, die Hollywood Studios und das Epcot-Center sollen am kommenden Mittwoch folgen. Unter strengen Auflagen, von Social Distancing, Fiebermessen bis zu Gesichtsmasken für alle Besucher ab zwei Jahren. Weniger Gäste, keine Paraden und Feuerwerke – dadurch sollen Massenansammlungen vermieden werden. Disneyland Kalifornien bleibt dagegen vorerst zu.

"Große Unsicherheit"

Die Parks in Schanghai und Hongkong sind schon geöffnet, die Wiedereröffnung von Disney Paris ist für Mitte Juli geplant. "Disneys Zauber ist intakt. Wenn Kunden allerdings enttäuscht nach Hause gehen, könnte das der Marke schaden. Das Risiko ist größer, wenn sie zu früh aufsperren" so Laura Martin, Wallstreet-Analystin und Managing Director von Needham & Company. "Die Unsicherheit ist bei Disney größer als bei vielen anderen Aktien, weil Covid so viele Geschäftsfelder des Konzerns betrifft."

Für den Entertainment-Giganten ist das Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten eine der wichtigsten Erlösquellen. Die Schließungen im Zuge der Pandemie haben Kosten in Milliardenhöhe verursacht. Ein Großteil des Geschäfts ist komplett weggebrochen.

Auf der anderen Seite konnte Walt Disney mit Disney+ einen neuen Geschäftsbereich erschließen und sich Marktanteile sichern. Der Streaming-Kanal hat innerhalb eines halben Jahres bereits mehr als 56 Millionen Abonnenten verzeichnet, seit März gibt es Disney+ auch in Österreich (6,99 Euro pro Monat).

Ursprünglich hatte der Konzern von 60 Millionen Abonnenten innerhalb von fünf Jahren gesprochen. Fans von Star Wars und den Marvel-Superhelden kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Während viele Kinos geschlossen waren, ist der Kanal auch zur Plattform für Filmstarts geworden. Und mit dem populären Broadway-Musical "Hamilton" über den Gründervater der USA (der KURIER berichtete), Alexander Hamilton, will Disney+ jetzt auch neue, jüngere Abonnenten anziehen. Der Film war ursprünglich für 2021 geplant, mangels neu produzierter Filme ist er jedoch vorgezogen worden.

NBA in Disney World

Disney+ wird eine Weile lang auch die einzige Plattform sein, auf der die Broadway-Show zu sehen sein wird. Denn die berühmten Musical-Theater in New York bleiben bis zum Frühjahr geschlossen.

Und wenn es in der fast 100-jährigen Geschichte eine Durststrecke gegeben hat, dann konnte Disney immer wieder ein Kaninchen aus dem Hut zaubern. Jetzt ist das Basketball. Die große NBA-Basketball-Show wird ohne Fans im Sportkomplex von Disney Ende des Monats ausgetragen. Damit kann der Konzern gleich doppelt punkten: Der Freizeitpark bekommt zusätzliche Einnahmen und der hauseigene Sportkanal hat wieder Inhalt zum Senden.

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