Wirtschaft
10.03.2017

Digitale Stromzähler messen viel zu hohen Verbrauch

Bei einer Studie in den Niederlanden zeigten mehr als die Hälfte der getesteten Smart Meter falsche Messwerte.

Smart und intelligent sollen sie sein, die digitalen Stromzähler, auch Smart Meter genannt. Allerdings dürfte das nicht immer den Tatschen entsprechen. Viele der neuen Stromzähler messen laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel viel zu hohe Verbrauchswerte. Zu diesem Schluss komme eine Studie der Universität Twente in den Niederlanden.

Die Wissenschafter in den Niederlanden überprüften neun handelsübliche digitale Stromzähler, die zwischen 2004 und 2014 produziert wurden. Mehr als die Hälfte dieser Smart Meter zeigte Verbrauchsdaten, die weit über dem tatsächlichen Verbrauch lagen. Die Falschangaben machten bis zu 582 Prozent aus, berichtet der Spiegel.

Energiespar- und LED-Lampen

Die zunehmende Anzahl an Stromspargeräten in den Haushalten soll Schuld an den Abweichungen sein. Sie folgten bei der Stromaufnahme nicht mehr der bisher üblichen Wellenbewegung, sondern einem abrupteren Muster. Darauf seien, laut Studie, die beanstandeten Zähler jedoch nur unzureichend vorbereitet und würden dadurch fehlerhafte Werte liefern. Die größten Abweichungen habe es gegeben, wenn die Haushalte Lichtdimmer hatten und gleichzeitig Energiespar- oder LED-Birnen verwendeten.

Die Messung von viel zu hohen Verbrauchswerten - das hat in den Niederlanden bereits Verbraucherschützer und Netzbetreiber auf den Plan gerufen. Sie fordern, dass die Geräte flächendeckend überprüft und notfalls ausgetauscht werden.

In Österreich ist das Problem den Netzbetreibern und Herstellerfirmen zwar bekannt, bisher habe es in Österreich aber noch keine falschen Messungen gegeben. Sollten Störungen auftauchen, könnte man jedenfalls rasch reagieren, sagte Ernst Brandstetter vom Branchenverband Oesterreichs Energie auf APA-Anfrage.

Erst zehn Prozent

Bis zum Jahr 2020 müssen 80 Prozent aller Stromzähler durch Smart Meter ersetzt werden, schreibt die EU vor. Österreich hat sich sogar ambitioniertere Ziele gesetzt, wird die voraussichtlich aber nicht erreichen. Derzeit sind in Österreich erst zehn Prozent der Geräte getauscht.