Kunden haben künftig die Wahl zwischen herkömmlichen und mobilen Bankomaten.

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Konkurrenz
05/11/2016

Externe Player im Bankgeschäft

Bankunabhängige Bankomaten und FinTechs. Belebt mehr Angebot das Geschäft?

Die Diskussion rund um die Einführung von Bankomatgebühren ist groß – und fußt letztendlich auf der zunehmenden Verbreitung von bankunabhängigen Anbietern im Bankomatsektor. Dennoch: Foyerschließungen sind im österreichischen Bankensektor mittlerweile keine Seltenheit mehr und mit den Bankfilialen verschwinden meist auch die Geldausgabegeräte. Rund 7600 Bankomaten – und damit ein Großteil aller Geräte – werden in Österreich von Payment Service Austria, einem gemeinsamen Unternehmen der österreichischen Banken, betreut.

Zusätzlich agieren noch zwei bankunabhängige Anbieter aus den USA in Österreich. 2008 begann First Data mit der Aufstellung von Bankomaten in österreichischen Spar-Filialen. Mittlerweile werden 1200 solcher Geräte betrieben. Euronet, ebenfalls ein US-Unternehmen, beschränkt sich mit seinen Automaten vor allem auf den Standort Wien. Insgesamt gibt es rund 1300 Bankomaten, die nicht von österreichischen Banken betrieben werden – vor allem an hochfrequentierten Orten wie Shoppingcentern, Bahnhöfen und Spitälern. Für die Aufstellung der Geräte wird entweder gezahlt oder der Bankomatbetreiber verlangt einen garantierten Umsatz. Mittlerweile leisten sich auch erste Gemeindeämter eigene Geräte. Für die österreichischen Banken ist das vor allem aufgrund der anfallenden Gebühren ein Problem. Die bankunabhängigen Betreiber verlangen Spesen von der Bank des Kunden, der die Behebung tätigt.

Konkurrenz durch FinTechs

Aber nicht nur im Bereich der Geldausgabegeräte mischen externe Unternehmen im österreichischen Finanzsektor mit. Vor allem junge Start-ups haben den Bankensektor für sich entdeckt und beleben die Branche mit neuen Ideen – die sogenannten FinTechs werden ein immer größeres Thema. Laut einer Studie von McKinsey gibt es weltweit bereits 12.000 Start-ups in der Branche, die meisten davon in Nordamerika und Asien. "Die Digitalisierung bietet Kunden und Banken enormes Potenzial. Finanzdienstleistungen können beispielsweise noch stärker individualisiert und beschleunigt werden. FinTechs haben sich rund um den Globus darauf spezialisiert, neue Dienste zu schaffen und bestehende weiterzuentwickeln. Hier gibt es ein breites Feld für Kooperationen, auch im Sinne der Kunden", erklärt Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich. Mittlerweile versuchen viele namhafte Banken mit Start-ups in Kontakt zu kommen – nicht zuletzt, um ihre Kunden in gewissen Bereichen nicht an die neuen Unternehmen zu verlieren.

"Wir können viel von der Denkweise der Start-ups lernen", erklärte Peter Bosek, Privatkundenvorstand der Erste Bank, kürzlich in einem Gespräch mit futurezone. Im Jänner startete die Erste Bank mit der neu entwickelten Online-Banking-Plattform "George" und nahm sich dabei Google und Facebook, aber auch konkurrierende Finanz-Start-ups zum Vorbild. Ins Leben gerufen wurde die Plattform vor allem aufgrund des Angebots von ähnlichen Start-ups – wie dem von "Number 26". Das Wiener Start-up bezeichnet sich selbst als "Europas modernstes Girokonto", die Kontoeröffnung soll in nur wenigen Minuten möglich sein. Die Anmeldung erfolgt online, die Identität wird per Videochat geprüft. Danach steht das Konto inklusive einer umfangreichen App kostenlos bereit.

Mit ihrem Unternehmen sorgen die Gründer Maximilian Tayenthal und Valentin Steif aber nicht nur in Europa für Aufsehen – auch der bekannte US-Investor Peter Thiel, der schon bei PayPal und Facebook investierte, beteiligt sich am Unternehmen. In den Banken sehen die Gründer von "Number26" nur wenig Konkurrenz und Bedrohung – ein viel größeres Risiko würden Technologie-Konzerne wie Apple oder Samsung mitbringen. Die Tech-Riesen wären vor allem an den Daten interessiert, in Europa würden sie hier, aufgrund von EU-Richtlinien, auf einige Hürden stoßen. WKÖ-Experte Rudorfer betont, dass es gerade im Finanzbereich wichtig sei, dass auch für ausländische Anbieter dieselben Spielregeln gelten. Gleichzeitig haben die österreichischen Banken vor allem einen wichtigen Pluspunkt, den sie herausstreichen sollten: "Das große Asset der Banken ist, dass die Daten der Kunden bei ihnen sicher sind."

- von Yasmin Vihaus

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