Nach Audi plant auch Konkurrent Daimler einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen.

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Wirtschaft
01/22/2020

Dieselskandal halbiert Gewinn von Daimler

Stuttgarter Autobauer erzielt 5,6 Milliarden Euro Überschuss. Abgasaffäre kostet bis zu 1,5 Milliarden Euro.

Die Dieselaffäre kommt den Autobauer Daimler nochmals deutlich teurer zu stehen als bisher gedacht. Für 2019 rechne man mit weiteren 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten, teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Es gehe um „voraussichtliche zusätzliche Aufwendungen für laufende behördliche und gerichtliche Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge in verschiedenen Regionen und Märkten“, hieß es in der Mitteilung. Daimler hatte im vergangenen Jahr schon insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro dafür zurückgestellt.

Nach vorläufigen Zahlen rechnet der Konzern für das vergangene Jahr nun mit einem operativen Ergebnis von 5,6 Milliarden Euro. Das wäre nur etwa halb so viel wie im Vorjahr, als der Gewinn ebenfalls schon deutlich gesunken war. Die zusätzlichen Aufwendungen für die Diesel-Probleme sind darin noch nicht berücksichtigt. Sie träfen im Wesentlichen die Geschäftsfelder Cars und Vans, hieß es. Die Vans liegen schon ohne die Zusatzkosten für 2019 mit dem operativen Ergebnis im Minus.

Die komplette Bilanz legt Daimler am 11. Februar vor. Angesichts der hohen Kosten auch in anderen Bereichen, vor allem beim Anlauf der Produktion von Elektroautos und der Entwicklung des automatisierten Fahrens, hat Vorstandschef Ola Källenius dem Konzern ein Sparprogramm verordnet. Bis Ende 2022 will er allein beim Personal rund 1,4 Milliarden Euro einsparen und dafür wohl mehr als 10 000 Stellen streichen. Außerdem sollen die Investitionen gedeckelt werden.

Hyundai

Der südkoreanische Autobauer Hyundai wiederum hat im vierten Quartal 2019 wieder einen Gewinn eingefahren. Südkoreas Branchenführer profitierte dabei nach eigenen Angaben von einem verbesserten Produktemix und einer weiterhin starken Nachfrage nach Stadtgeländewagen (SUV). Der Überschuss habe sich in den Monaten Oktober bis Dezember auf 851,2 Mrd. Won (655,7 Mio. Euro) belaufen, nach einem Verlust von 203,3 Mrd. Won im Vorjahreszeitraum, teilte Hyundai Motor am Mittwoch mit.

Trotz leicht niedrigerer Verkaufszahlen verdoppelte sich der Gewinn im Gesamtjahr 2019 nahezu auf 3,27 Billionen Won. Beim Umsatz verzeichnete Hyundai im vergangenen Jahr einen Anstieg um 9,3 Prozent auf 105,79 Billionen Won. Der operative Gewinn kletterte um 52 Prozent auf 3,68 Billionen Won.

SUV-Boom

Schon zum Auftakt des vergangenen Jahres hatte Hyundai dank der anziehenden Nachfrage nach SUV nach Gewinneinbrüchen in mehreren Quartalen in Folge wieder schwarze Zahlen geschrieben. Besonders in den USA hatte sich lange Zeit der Mangel an den beliebten sportlichen Geländewagen im Angebot bemerkbar gemacht.

Zusammen mit der kleineren Schwester Kia Motors ist Hyundai der fünftgrößte Autohersteller weltweit. Der Konzern verspricht sich von der Markteinführung zahlreicher neuer Modelle inklusive Elektroautos auf lange Sicht dauerhafte Gewinne.

Ihr gemeinsames Absatzziel für dieses Jahr hatten beide Unternehmen allerdings leicht herabgesetzt. Sie gehen davon aus, 7,54 Millionen Autos verkaufen zu können. Trotz des "unsicheren Geschäftsumfelds" peile das Unternehmen einen Absatz von 4,58 Millionen Autos an, hieß es nun bei Hyundai Motor.