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Wirtschaft
12/05/2011

Die Westbahn macht's um die Hälfte

ÖBB und Haselsteiner rittern auf der Strecke Wien-Salzburg um Fahrgäste. Der Neuling bietet das Ticket um den Vorteilscard-Preis an. ÖBB kontert mit Wireless LAN in Zügen.

Einen Preiswettbewerb können sich vielreisende Bahnkunden auf der Westbahnstrecke durch den neuen Mitbewerber ab Dezember nicht erwarten. Sehr wohl aber möchten ÖBB-Chef Christian Kern und Westbahn-Miteigentümer und Strabag-Chef Hans-Peter Haselsteiner mit Qualität und Kundenservice um die Gunst der Bahnfahrer buhlen, wie die beiden in einem recht freundlich gehaltenem Schlagabtausch Mittwochabend in der Ö1-Sendung "Im Klartext" ausführten.

Ein Westbahn-Ticket Wien-Salzburg werde exakt 23,80 Euro kosten, verkündete Haselsteiner - der Preis eines ÖBB-Vorteilscard-Tickets auf dieser Strecke. Die private Westbahn wird ab 11. Dezember bis zu 18 mal täglich die Strecke Wien-Salzburg befahren. Auch sollen fünf Busverbindungen zu den tragenden Haltestellen in Wien, Linz und Graz eingerichtet werden, ab 2012 soll eine sechste Verbindung dazukommen.

Die Westbahn rechne damit, im dritten Jahr den Break-Even zu erzielen und ab dem vierten Jahr die Investitionen zurückzahlen zu können. ÖÖB-Chef Kern verwies darauf, dass die ÖBB mit flexibler Tarifpolitik und einzelnen Sparangeboten zu bestimmten Zeiten versuchen wolle die Passagierströme zu steuern. Bahnfahren in Österreich sei bereits deutlich billiger als in den Nachbarländern Schweiz und Deutschland. Die ÖBB befänden sich in einer "Restrukturierungsphase" und wollten 2013 eine "Schwarze Null" schreiben.

Hingegen dürfte die Westbahn-Konkurrenz bei den ÖBB einen Innovationsschub ausgelöst haben. Manche Änderungen wurden sicherlich durch den Wettbewerb beschleunigt, räumte ÖBB-Chef Kern ein, zum Beispiel das geplante Wireless LAN in den ÖBB-Zügen. "Wir sagen nicht, Liberalisierung ist eine komplett unsinnige Idee".

Verwöhnprogramm

Auch der Baulöwe Haselsteiner hofft auf mehr Bahnfahrer: Die Westbahn werde auf der Strecke Wien-Salzburg zwar langsamer sein als der ÖBB-Railjet, aber "wir sind ja der Lastesel". Durch mehr Stopps auf der Strecke peile man eine ganz andere Zielgruppe an. Die Westbahn werde in den Zügen mehr Service und Komfort bieten, etwa eigene Zugbegleiter und Caterer pro Großabteil. "Wir wollen die Kunden mehr verwöhnen", bewarb der Miteigentümer die Westbahn.

Beim Personal habe man laut Haselsteiner in den ersten Jahren finanzielle Vorteile, weil eine junge Belegschaft "ohne Traditionslasten" und mit geringer Bürokratie die Westbahn betreibe. Die Höhe der Bezahlung seiner Mitarbeiter wollte Haselsteiner nicht nennen, sie sei aber "marktkonform".

Westbahn

Hans-Peter Haselsteiner hält über seine Haselsteiner Familien-Privatstiftung 25,93 Prozent an der Westbahn-Mutter Rail Holding AG. Weitere Gesellschafter sind Geschäftsführer Stefan Wehinger sowie die französische Staatsbahn SNCF (je 25,93 Prozent) und die Schweizer August Holding (22,21 Prozent). Die Westbahn will ab 11. Dezember, mit dem Start des Winterfahrplans, den ÖBB auf der Strecke Wien-Salzburg Konkurrenz machen.

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