Two variants of the European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) North America Inc's UH-72A Lakota Light Utility Helicopter fly over the mountains around Alamosa, Colorado, in this handout image released to Reuters on October 18, 2012. The aircraft on the left, N940AE, is equipped with armed scout mission equipment, and the one on the right, T2, has a tail and engines that will be offered on the AAS-72X+ model. Europe's EADS on October 18, 2012 said it has invested tens of millions of dollars to develop an armed helicopter for a possible U.S. Army competition, and will look to team up with defence contractors to pump up its non-Airbus U.S. sales to $10 billion by 2020. REUTERS/James Darcy/EADS North America/Handout (UNITED STATES - Tags: MILITARY TRANSPORT BUSINESS) FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS

© Reuters/HANDOUT

Rüstungsindustrie
12/03/2012

Deutschland bald dritter Großaktionär bei EADS

Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern wird ordentlich umgekrempelt. Eigentümer ringen um neue Machtverteilung.

Gekürzte Wehretats, knallharter Wettbewerb und dann noch die geplatzte Fusion mit der britischen BAE. Die Rüstungssparte von EADS macht harte Zeiten durch (mehr dazu unten). Nun will sich der Luft- und Raumfahrtkonzern neu aufstellen.

Mit Deutschland steht ein dritter staatlicher Großaktionär (nach Frankreich und Spanien) vor der Tür. Zudem verhandelt die deutsche Regierung in Paris mit den französischen und spanischen Vertretern darüber, die Interessen der drei Länder in einem neuen Aktionärspakt zu bündeln. Nach Darstellung von Frankreichs Präsident Francois Hollande ist man in diesen Gesprächen einer Einigung ganz nahe. Nach dem diskutierten Modell kämen die drei staatlichen Großaktionäre zusammen auf knapp 30 Prozent an EADS. Damit hätten sie keinen dominierenden, aber doch maßgeblichen Einfluss.

EADS-Chef Tom Enders konnte sich heute freuen: Die Aktien profitierten von der jüngsten Entwicklung mit einem Kurssprung von zeitweise fast drei Prozent.

12 - 12 - 4 wird anvisiert

EADS bestätigte am Montag, dass die "Hauptaktionäre mögliche Veränderungen der Aktionärsstruktur" seit Samstag diskutierten. Das Unternehmen beteilige sich aktiv daran. In den Diskussionen über einen neuen Aktionärspakt zeichnet inzwischen eine Lösung ab, nach der der deutsche und der französische Staat auf je zwölf Prozent der Anteile kommen würden. Spanien soll dann vier Prozent halten. Das deutsche Wirtschaftsministerium erklärte dazu: "Das Ergebnis ist noch offen." Es unterstrich aber auch: "Angestrebt wird, schnellstmöglich zu einer Einigung zu kommen."

Nach dem Plan würden die drei Staaten auf zusammen 28 Prozent am Mutterkonzern des Flugzeugbauers Airbus kommen. Sie blieben damit unter der Schwelle von 30 Prozent, ab der sie den übrigen EADS-Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten müssten. Damit würden sie der EADS auch Spielraum für einen Aktienrückkauf geben, etwa um Anteile der verkaufswilligen industriellen EADS-Aktionäre Daimler und Lagardere zu erwerben und sie nachher einzuziehen.

Politischer Balanceakt

Die neue Anteilsstruktur ist aber gleich aus mehreren Gründen politisch hochsensibel. Der französische Staat, der momentan 15 Prozent an EADS hält, müsste drei Prozent abgeben oder auf deren Stimmrechte verzichten. Im Gespräch ist eine Stiftung in den Niederlanden, dem Sitz von EADS. Nur so ließe sich die deutsch-französische Balance bei je zwölf Prozent herstellen. Deutschland müsste vom deutschen EADS-Großaktionär Daimler und der Investorengruppe Dedalus über die Staatsbank KfW ein EADS-Aktienpaket kaufen. Spanien wiederum müsste mit künftig vier Prozent einen Aktienanteil von 1,5 Prozent abgeben oder in stimmrechtlose Papiere auslagern.

Berlin vor erstem Kauf

Die deutsche Regierung steht unterdessen kurz vor einem ersten Kauf eines EADS-Pakets. Die deutsche Staatsbank KfW hat bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde bereits angezeigt, dass sie ihren Mini-Anteil an der EADS von einem Prozent durch den Ankauf weiterer Papiere von Investoren des Dedalus-Konsortiums auf 5,8 Prozent erhöhen will. Daraus folgt, dass die KfW dann in einem zweiten Schritt nur noch 6,2 Prozent am Luft- und Raumfahrtkonzern und nicht das gesamte zum Verkauf stehende 7,5-Prozent-Paket vom Autokonzern Daimler kaufen müsste. Über diese Aktion wird schon länger verhandelt. Festhalten würden an ihrem Anteil in der Dedalus-Gruppe damit nur Bundesländer mit EADS-Standorten und deren Staatsbanken.

Im bisherigen Aktionärspakt haben Frankreich sowie die industriellen Großaktionäre Daimler und Lagardere ihre Interessen gebündelt. Zusammen mit Spanien kommen sie auf knapp über 50 Prozent an der EADS und üben damit bestimmenden Einfluss auf den Konzern aus. Einen so starken Einfluss gäbe es künftig mit den drei staatlichen Aktionäre nicht mehr. Allerdings: da an Hauptversammlungen meist nur ein Teil der Aktionäre teilnimmt, könnten sie wichtige Entscheidungen durchdrücken oder abblocken.

Entscheidung im Frühjahr

Eine außerordentliche Hauptversammlung im Frühjahr soll den neuen Aktionärspakt nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung absegnen. Die Zeitung berichtete auch von Plänen, die Stimmrechte an EADS auf 15 Prozent zu begrenzen, egal wie viele Aktien ein Investor besitzt. Frankreich und Deutschland sollen je zwei Vertreter in den Verwaltungsrat entsenden, Spanien einen.

Einsparungen und Stellenabbau

Die kriselnde EADS-Rüstungssparte muss nach der gescheiterten Fusion von EADS und dem britischen Wehrkonzern BAE einen deutlich härteren Sparkurs fahren. Dazu will die unter dem Namen Cassidian firmierende Sparte auch 850 Jobs streichen, hieß es am Freitag. Der extrem harte Wettbewerb und die schwierige Marktlage ließen keine anderen Wahlmöglichkeiten.

Anders als die EADS-Tochter Airbus ist Cassidian vom Scheitern der Fusion mit BAE besonders betroffen. Angesichts der Eurokrise und knapper Kassen kürzen viele Staaten ihre Verteidigungsausgaben.

EADS und BAE hatten sich eigentlich zum weltweit größten Luftfahrt- und Rüstungskonzern zusammenschließen wollen. Der Deal scheiterte aber wegen des starken politischen Widerstands vonseiten vor allem der Bundesregierung - eine Niederlage für Enders, der EADS größer und vor allem unabhängiger von der Politik machen wollte. "Eine große Chance ist ungenutzt verstrichen", schrieb Enders damals in dem Brief an die mehr als 133 000 Mitarbeiter der Gruppe.

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