Deutsche Bank: Riesen-Ärger nach der Krise

Ratlose Aktionäre: Sie wollen wissen, wie es mit "ihrer" Bank vor allem in den USA weitergeht.
Foto: APA/ARNE DEDERT

In den USA ist das Geldhaus mit Klagen von fast einer Milliarde Euro konfrontiert. Die EU ermittelt wegen Kartellvergehen.

Das größte deutsche Geldhaus kommt in Amerika immer stärker unter Druck. Jetzt haben die USA im Rahmen ihrer Milliarden-Klage gegen die Deutsche Bank im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise neue Vorwürfe erhoben. Die Bank habe bereits vor der Übernahme ihrer amerikanischen Immobilientochter MortgageIT gewusst, dass diese falsche Angaben gemacht habe, um sich Zugang zu einem Regierungsprogramm zu erschleichen, das für Hypotheken bürgte. Dennoch habe die Bank - wirft ihr die US-Regierung in einer Anfang dieser Woche eingebrachten Anklageschrift vor - die Übernahme durchgezogen.

Getäuscht

Und "das unrechtmäßige Handeln ging nach der Übernahme ... nicht nur weiter, sondern wurde noch schlimmer", heißt es weiter. MortgageIT habe sich wahllos Hypotheken durch den Staat absichern lassen, ungeachtet der finanziellen Verhältnisse der Kreditnehmer. Die USA fordern wegen dieser Vergehen - insgesamt geht es um etwa 39.000 Kredite - rund eine Milliarde Dollar (694 Millionen Euro). Das Institut wies die Vorwürfe neuerlich zurück.

Die Bank steht aber nicht nur in den USA unter Beschuss. Allein heuer ist sie mit fast einem Dutzend Verfahren konfrontiert. So ermitteln die EU-Wettbewerbshüter seit April gegen das Institut und weitere 15 Investmentbanken wegen Kartellvorwürfen beim Handel mit Kreditausfallversicherungen, sogenannten CDS. Im Juli klagte die französisch-belgische Dexia. Die Finanzgruppe wirft der Deutschen Bank vor, sie bei einem Geschäft mit verbrieften Hypothekenpapieren betrogen zu haben. Sie hätte die Papiere als sichere Anlage verkauft, gleichzeitig aber selbst auf das Platzen der zu Grunde liegenden Kredite gewettet. Anfang August klagte die US-Pensionskasse TIAA wegen Wertverlusten aus Hypothekenpapieren Schadenersatz in Millionenhöhe ein. Bereits im April war die Bank ins Visier der Behörden in Hongkong geraten. Im Zuge der Ermittlungen in einem mutmaßlichen Betrug im Derivate-Handel wurden auch zwei Deutsche-Bank-Mitarbeiter festgenommen.

(kurier) Erstellt am
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