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Alexander Schütz, C-Quadrat-Gründer

© C-Quadrat / C-Quadrat

wirtschaft von innen
01/22/2021

Deutsche Bank: Noch-Aufsichtsrat Alexander Schütz als Aktionär ausgestiegen

C-Quadrat-Gründer hat seit Ende Dezember keine Anteile mehr. Heftige Kritik in Deutschland wegen Mail an Wirecard-Chef Braun

von Andrea Hodoschek

Freiwillig will der oberösterreichische Investor und Fondsmanager Alexander Schütz seinen mit 150.000 Euro dotierten Aufsichtratsjob bei der Deutschen Bank offenbar nicht aufgeben. Von den Aktien hat sich der C-Quadrat-Gründer und Miteigentümer allerdings schon getrennt. Der Finanzmanager gehörte zu den 15 größten Aktionären. Er besaß seit 2019 über sein Family Office in der Wiener City etwa 17,4 Millionen Aktien (0,84 Prozent) an Deutschlands größter Bank. Es handelte sich um Restbestände des chinesischen Mischkonzerns HNA, einst größter Aktionär des Kreditinstituts.

Seit Ende Dezember hält Schütz keine Beteiligung mehr an der Deutschen Bank, bestätigte ein Sprecher gegenüber dem KURIER. Einen Grund für den Ausstieg nannte er nicht. Schütz hielt seine Anteile, ebenso wie die Chinesen, über eine komplexe Konstruktion von Derivaten.

C-Quadrat verwaltete die Beteiligung der Chinesen an der Deutschen Bank, weshalb Schütz 2017 in den Aufsichtsrat einzog. HNA übernahm auch C-Quadrat, Schütz und Partner kauften das Investmentvehikel wieder zurück. Als längst schon spekuliert wurde, dass HNA sich mit Zukäufen übernommen hätte, beteuerte Schütz noch, das sei „völlig falsch“, HNA sei „langfristig orientiert“.

Ehemalige Nachbarn

Im deutschen U-Ausschuss zum Wirecard-Skandal poppte vergangene Woche ein Mailverkehr zwischen Schütz und Wirecard-Chef Markus Braun vom Februar 2019 auf. Braun und Schütz kennen sich lange und sind beide Großspender der ÖVP.

Der Wirecard-Chef war der Nachbar von Schütz, als dieser in seiner Villa in Hietzing logierte. Inzwischen ist das Jugendstil-Objekt an die Ehefrau des ukrainischen Oligarchen Dmitry Firtasch vermietet.

Zuerst plauderten Schütz und Braun per Mail über ihre Pläne für den Sommer. Dann mailte Schütz, er habe „in der FT gelesen, dass du ein ganz Schlimmer bist ... Hab übrigens dreimal Wirecard-Aktien gekauft letzte Woche, mach diese Zeitung fertig!“. Gemeint war die Financial Times, die damals schon über Unregelmäßigkeiten bei Wirecard berichtete.

In Deutschland ergoss sich heftige Kritik über Schütz, er schädige die Reputation der Deutschen Bank, die ohnehin um Vertrauen ringt. Das Institut selbst distanzierte sich, Schütz entschuldigte sich öffentlich „in aller Form bei der FT und ihren Reportern für diese emotionale und deplatzierte Äußerung“. Er habe Braun geglaubt, dass Wirecard ein integres Unternehmen sei, das zu Unrecht diffamiert werde. Mittlerweile sei klar, „dass ich falsch lag“. Der Schütz-Sprecher betonte, Schütz habe die Wirecard-Aktien ausschießlich privat gekauft, die Papiere seien nie in Fonds gemischt worden.

Paul Achleitner, ebenfalls Oberösterreicher und Aufsichtsratschef der Bank, sprach laut Bloomberg ein ernstes Wort mit Schütz, weitere Gespräche sollen folgen. Schütz loszuwerden, ist nicht einfach. Er sitzt auch im Nominierungskomitee und entscheidet über neue Mitglieder inklusive des Vorsitzenden mit. Sein Mandat läuft bis 2023. Abberufen kann ihn nur die Hauptversammlung, dafür gebe es aber keinen Grund, wird in seinem Umfeld argumentiert.

Schütz muss auch in Österreich vor den U-Ausschuss. Der Standard berichtet über Job-Tipps zur Staatsholding ÖBAG an den Blauen Johann Gudenus.

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