Die USA sanktionieren Öl aus dem Iran

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Analyse
02/13/2020

Der Ölpreis bleibt niedrig - und die Spritpreise auch

Der Ölpreis wird auf niedrigem Niveau bleiben. Das hat natürlich mit China und dem Coronavirus zu tun. Aber nicht nur.

von Wolfgang Unterhuber

Der Ölpreis bleibt auf niedrigem Niveau. Das hat natürlich mit China zu tun. Denn der Ölpreis steht und fällt mit China. China ist der größte Ölverbraucher der Welt.

Zur Orientierung: Die Volksrepublik verbraucht rund 14 Millionen Barrel pro Tag. Das ist so viel wie Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Südkorea und Japan zusammen.

Die Internationale Energiebehörde (IEA) erwartet wegen der Coronavirus-Epidemie für das laufende Quartal jedenfalls einen Rückgang der weltweiten Öl-Nachfrage auf dem Niveau der Finanzkrise von 2009.  

Überangebot auf dem Weltmarkt

Doch China ist nicht der einzige Grund, warum der Öl-Preis unten bleibt. Auf dem Weltmarkt gibt es schlicht und einfach ein Überangebot. Es wird mehr gefördert als verbraucht.

Denn Russland hat sich Förderkürzungen der Opec bisher nicht angeschlossen. Außerdem steht die Opec steht nur noch für rund ein Drittel des weltweiten Ölangebots.

Ölförderung soll um 500.000 Barrel pro Tag gedrosselt werden

Fracking: USA überholt Saudi-Arabien

Dann wären da noch die USA. Die USA haben durch Fracking Saudi-Arabien als weltgrößten Ölproduzenten überholt. Laut der EIA hat die Ölförderung in den USA im Januar mit rund 13 Millionen Fass pro Tag ein Rekordhoch erreicht.

Zudem wurde Brasilien binnen weniger Monate zu einem bedeutenden Ölexporteur. Laut dem staatlichen Ölkonzern Petrobras stieg die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um rund 400.000 Barrel auf über drei Millionen Barrel täglich.

Saudis brauchen höheren Preis

Wäre da noch Libyen. Sollte dort ein Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien tatsächlich zustande kommen, würde das die libysche Ölproduktion rasch wieder anwerfen. Das würde die Preise weiter drücken.

Die Opec ist jetzt jedenfalls unter Zugzwang. Ein Ölpreis von aktuell rund 51 Dollar – das ist für Saudi-Arabien einfach viel zu wenig. Das Land braucht einen Preis von mindestens 80 Dollar, um seine Staatsausgaben finanzieren zu können.

Sprit bleibt billiger

Für die heimischen Autofahrer ist der Rückgang der Nachfrage bei gleichzeitigem Überangebot natürlich eine gute Nachricht.

Schon seit zwei Wochen sinken an den heimischen Tankstellen die Preise für Diesel und Benzin. Es bestehen gute Aussichten, dass es dabei bleibt.