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Wirtschaft
02/13/2020

Packerl aus China könnten deutlich teurer werden

Die Freigrenze für Pakete mit geringem Warenwert könnte fallen. Dies würde Pakete aus Nicht-EU-Staaten empfindlich verteuern.

22 Euro – das ist derzeit die magische Grenze, wenn man Pakete aus einem Nicht-EU-Staat ordert. Liegt der Wert des Wareninhalts unter diesen 22 Euro, fällt keine Umsatzsteuer für das Paket an; darüber schon.

Die Krux an dieser Regel ist, dass eine Vielzahl an Paketen falsch deklariert wird um die Umsatzsteuer zu umgehen - laut Schätzungen der EU sind davon zwei von drei Paketen betroffen. In Österreich kommen die meisten Pakete mit Kleinwaren, die von außerhalb der Union geschickt werden, aus China - jährlich sind das laut Ö1-Journal rund 8 Millionen Packerl. Hierzulande würde die Finanz jährlich um mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr umfallen, hieß es in dem Bericht.

Die Packerl dürften in den nächsten Jahren deutlich teurer werden. "Die Waren werden sicher teurer werden, weil eben Umsatzsteuer dann zu zahlen ist und eine Extragebühr an die Post", sagte Gabriele Zgubic, Leiterin der Abteilung Konsumentenschutz der Arbeiterkammer (AK), am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal.

„Jetzt kommt einmal die Mehrwertsteuer dazu und dann die sogenannte Gestellungsgebühr (...), da kann eine Ware von 20 Euro mit diesen Kosten schon einmal auf 34 Euro kommen, das ist dann schon sehr viel", so Zgubic weiter. Die Gestellungsgebühr beträgt derzeit zehn Euro - die Post kassiert diese bei Zustellung von den Kunden.

Für den Konsumenten werden sich mit dem Fall der Freigrenze eher keine Vorteile ergeben, dafür sollte der Handel profitieren. "Es ist weniger für den Konsumenten, generell geht es einfach darum, dass man auch einen fairen Markt schafft für alle, die in Europa verkaufen", so Zgubic. "Es kommt ja auch dem Steuerzahler zugute - oder allen Steuerzahlen -, wenn mehr Steuereinnahmen da sind." In Österreich entgingen der Finanz jährlich mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr, hieß es in dem Bericht.

Der Handel hofft indessen darauf, dass die Freigrenze in Österreich schon vor der EU-weiten Einführung im kommenden Jahr fällt. "Jeder Tag, an dem diese Regelung vorher eingeführt wird, vor dem 1.1.21, bedeutet mehr Wettbewerb, Gerechtigkeit für den österreichischen Handel", sagte Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer, am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal.