Wirtschaft 04.03.2013

Alpine bleibt trotz Rettung eine Großbaustelle

Nach dem Schuldenerlass stehen der Alpine Schrumpfkur und Personalabbau bevor.

Der in letzter Minute vor der Pleite gerettete zweitgrößte heimische Baukonzern bleibt auch nach dem Verzicht der Gläubigerbanken auf gut 200 Millionen Euro eine Großbaustelle. Denn ob der Sanierungsplan – für den der Forderungsverzicht Bedingung war – aufgeht, ist offen.

Das Sanierungskonzept besteht aus drei großen Blöcken: Erstens muss der spanische Eigentümer, der FCC-Konzern, seiner Tochter in Summe 250 Millionen Euro frisches Geld zuschießen. 100 Millionen sind bereits geflossen, 150 Millionen der FCC – die 2012 selbst eine Milliarde Verlust einfuhr – stehen noch aus.

Schrumpfkur

Zweitens muss die Alpine, die 2011 mit 15.300 Mitarbeitern noch 3,6 Milliarden Euro Bauleistung auswies (siehe Grafik), auf 9000 bis 10.000 Mitarbeiter und rund 2,5 Milliarden Euro Umsatz schrumpfen.

Was auch in Österreich zu Personalabbau führen dürfte. Zwar beteuert die Alpine, dass der Mitarbeiterabbau weitgehend durch einen Rückzug aus Osteuropa erfolgen soll. In Österreich gebe es genügend Aufträge, um die rund 7500 Jobs zu halten. Allerdings bezweifeln Insider, dass alle Arbeitsplätze im Inland erhalten bleiben. Alpine-Betriebsratschef Hermann Haneder glaubt nicht, dass es massiven Abbau geben wird. „In Österreich gibt es derzeit kein Problem, da haben wir genug Arbeit.“

Dritte Sanierungsmaßnahme ist der Verkauf der Töchter Hazet, Alpine Energie und GPS Underground Engineering, dies soll 200 Millionen einbringen. Interesse zumindest an Teilen davon dürfte Porr haben: „Grundsätzlich sind wir“, so eine Sprecherin, „an allen Unternehmen interessiert, sofern sie ins Portfolio der Porr passen.“ Abgewunken hat bereits die Strabag: „Wir haben uns die Alpine Energie genauer angeschaut“, sagt eine Konzernsprecherin, „wir sind aber nicht an einer Übernahme interessiert.“ Auch an Hazet sei man nicht interessiert. Offenbar besser ins Strabag-Portfolio passt das Service-Geschäft des deutschen Hochtief-Konzerns, die Strabag bestätigte am Montag Interesse an der Übernahme des 5700-Mann-Unternehmens.

( Kurier ) Erstellt am 04.03.2013