APA13657432-2 - 11072013 - WIEN - ÖSTERREICH: THEMENBILD - Ein Passant fährt am Donnerstag, 11. Juli 2013, auf seinem Fahrrad an einer dayli-Filiale in Wien vorbei. Derzeit ist bei dayli eine Rabattaktion angelaufen: Bis auf Weiteres sind die Warenpreise um 40 Prozent reduziert. APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH

© APA/GEORG HOCHMUTH

Insolvenz
07/30/2013

dayli: Chaos hinter leeren Regalen

Rätsel um Investoren aus Polen, Türkei und Österreich

von Simone Hoepke, Anita Staudacher

Bei dayli liegen die Nerven blank: Am Dienstag hat dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner 2200 Mitarbeiter der Drogeriemarktkette „vorsichtshalber“ im Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet. Zudem wird am 1. August eine weitere Minus-40-Prozent-auf-Alles-Runde eingeläutet, um Geld in die Kassa zu spülen.

„Sie fahren die Firma an die Wand. Es scheint nicht so, als wären sie an einer Weiterführung interessiert“, sagt Ex-dayli-Eigentümer Rudolf Haberleitner im KURIER-Gespräch. Er habe drei potenzielle Investoren an der Hand – eine türkische und eine polnische Gruppe sowie einen Gastronomen aus Österreich. Die Angebote würden seit 16. bzw. 23. Juli auf dem Tisch liegen. „Aber der Masseverwalter reagiert nicht darauf und sagt, er könne Unterlagen, die die Investoren brauchen, nicht so schnell zur Verfügung stellen. Haberleitner: „Deswegen habe ich heute meinen Flug nach Warschau abgesagt.“ Mitterlehner kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen: „Sie bekommen alle Unterlagen von mir, sofern sie Haberleitner nicht ohnehin selbst hat. Im übrigen waren die Investoren gestern bei mir und brauchen gar keine Unterlagen mehr.“ Wie lange die Verhandlungen noch dauern, ist offen.

Am Dienstag wurden die Gehälter für den Zeitraum 5. bis 31. Juli – also für die Zeit seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens – überwiesen. Auf die Juni-Gehälter müssen die Mitarbeiter weiter warten. Für die Überweisung ist der Insolvenzentgeltfonds zuständig.

Arbeitsstiftungen

Für betroffene Beschäftigte, die keinen neuen Job finden, stehen laut Proyer in Wien, Nieder- und Oberösterreich bereits Arbeitsstiftungen bereit. Dort könnten auch Bildungsabschlüsse nachgeholt werden, Die Finanzierung der Bildungsmaßnahmen erfolgt durch den Steuerzahler, von dayli sei keine Unterstützung zu erwarten. Dass dayli schon vor einem Jahr hätte Insolvenz anmelden müssen, glaubt Proyer nicht: „Die Chance war groß, dass es vernünftig weitergeht, aber der neuen Eigentümer Haberleitner hat diese Chance grandios verspielt.“ Haberleitner wiederum gibt der Gewerkschaft mitschuld am Scheitern des Konzepts.

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