Mit Daniele Nouy soll die künftige europäische Bankenaufsicht unter dem Dach der EZB eine Frau an ihrer Spitze bekommen.

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Nominierung
11/21/2013

Daniele Nouy soll neue Bankenaufsicht leiten

Die Französin dürfte Europas großen Banken künftig auf die Finger schauen.

Jetzt hat die Kontrolle, die auf die europäischen Banken zukommt, ein Gesicht. Die Französin Daniele Nouy soll die neue Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) leiten. Der EZB-Rat hat die 63-Jährige, derzeit noch Chefin der Finanzaufsicht in Frankreich, für den Topjob nominiert. Offiziell entscheidet zwar das Europäische Parlament über die Besetzung. Ihre Berufung gilt aber als sicher, da die Abgeordneten eine Frau an der Spitze sehen wollen.

Die neue Bankenaufsicht soll im November 2014 ihre Arbeit aufnehmen und dann über die Großbanken wachen. Nouy wird aber wohl noch heuer ihren neuen Posten antreten. Denn bevor die Aufsicht an den Start geht, werden die großen Geldhäuser einem Gesundheitscheck unterzogen. Die EZB will so vermeiden, dass sie Aufsichtspflichten für Banken übernimmt, in denen unentdeckte Probleme stecken.

Noch offen ist, wer Stellvertreter der französischen Aufseherin wird. Vermutlich wird er aus dem sechsköpfigen EZB-Direktorium – durchwegs Männer – kommen. Die besten Chancen werden dabei EZB-Vizechef Vitor Constancio und EZB-Direktor Yves Mersch nachgesagt. Beide waren von ihrem Chef Mario Draghi mit dem Aufbau der Aufsicht beauftragt worden.

Während die Bankenaufsicht mehr und mehr Gestalt annimmt, wird in Europa weiter über einen Abwicklungsmechanismus für strauchelnde Banken gestritten. Eine Entscheidung darüber soll vor Weihnachten fallen.