Wirtschaft
17.07.2018

"D-Sol": Teilzeit-DJ David Solomon wird Goldman-Sachs-Chef

Lloyd Blankfein wird Ende September als Vorstandschef einer der wichtigsten US-Investmentbanken zurücktreten.

Die Investmentbank Goldman Sachs macht den geplanten Wechsel an ihrer Spitze offiziell: Lloyd Blankfein wird Ende September als Vorstandschef zurücktreten und zum Jahresende den Verwaltungsratsvorsitz abgeben. Das teilte die US-Bank am Dienstag mit.

Sein Nachfolger auf beiden Posten wird Vorstand David Solomon, der im April bereits zur alleinigen "Nummer zwei" hinter Blankfein befördert worden war und in seiner Freizeit als DJ auflegt. Laut CNN tritt er unter dem Bühnennamen DJ D-Sol auf. Solomon hatte demnach schon Auftritte in New York, L.A. und auf den Bahamas.

 

Zweites Quartal: Goldman Sachs verdiente mehr als erwartet

Dank guter Geschäfte an den Kapitalmärkten verdiente Goldman Sachs im zweiten Quartal deutlich mehr als erwartet. Verglichen mit dem Vorjahreswert stieg der auf die Aktionäre entfallende Überschuss um 44 Prozent auf 2,35 Mrd. Dollar (2,01 Mrd. Euro). Die Erträge kletterten um 20 Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar.

 

Vor allem das zuletzt oft schwächelnde Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen brummte wieder - hier legten die Erlöse im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 1,7 Mrd. Dollar zu. Der Aktienhandel stagnierte hingegen bei 1,9 Mrd. Dollar. Im klassischen Investmentbanking - der Beratung bei Übernahmen und Fusionen sowie Wertpapier-Platzierungen oder Börsengängen - stiegen die Erträge um 18 Prozent auf etwas mehr als zwei Mrd. Dollar.

Obwohl die Zahlen die Erwartungen von Analysten übertrafen, fiel die erste Marktreaktion negativ aus. Der Aktienkurs sank vorbörslich zunächst um gut ein Prozent. Vorstandschef Lloyd Blankfein zeigte sich jedoch zufrieden mit den Ergebnissen und sprach von einer "soliden Leistung über alle wichtigen Geschäftsbereiche hinweg".

 

In den vergangenen Tagen hatten die US-Rivalen JPMorgan, Citigroup und Bank of America deutlich höhere Gewinne als Goldman Sachs gemeldet. Sie profitierten stark vom Kreditwachstum im Zuge der boomenden US-Wirtschaft, das dank höherer Zinsen wieder mehr Geld einspielt. Goldman Sachs ist erst vor kurzem ins Geschäft mit Verbraucherkrediten eingestiegen und kann deshalb nicht mithalten.