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Wirtschaft
02/02/2020

Coronavirus: Warnungen vor Reisen nach China

Reiseanbieter lassen kostenlose Stornos und Umbuchungen zu, im Winter drängt es aber ohnehin nur wenige ins Reich der Mitte.

von Christine Klafl

Die chinesische Provinz Hubei rund um die Hauptstadt Wuhan ist unter anderem bekannt für die Drei Schluchten, beliebt für Bootstouren auf den Jangtsekiang. Oder für eine riesige Pagode. Seit kurzem aber auch für das Coronavirus, das sich von dort ausbreitete. Viele Airlines haben ihre Flüge in diese Provinz eingestellt, manche steuern China gar nicht mehr an.

Pauschalreisen

Falls der Flug aber doch funktionieren sollte: Kann ich kostenlos eine gebuchte Pauschalreise nach China stornieren, weil ich mich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus fürchte? Nach den Buchstaben des Gesetzes lautet die Antwort: Nein. Die Touristiker werden trotzdem mit sich reden lassen.

Reisewarnungen

Eine Reisewarnung der Stufe 6, die automatisch ein kostenloses Storno ermöglichen würde, hat das Außenministerium für China noch nicht festgelegt. Die oberste Warnstufe wird dann verhängt, wenn Urlauber in dem betroffenen Land mit Krieg, Bürgerkrieg oder verhängtem Kriegsrecht konfrontiert wären. Am Freitag hob das Außenministerium allerdings die Warnstufe auf 4 an. Das heißt: Es wird dazu geraten, nicht notwendige Reisen zu verschieben. Stufe 5 gab es für die Provinz Hubei: Vor Reisen in dieses Gebiet wird gewarnt.

Wie Frankreich

In den Wochen davor hatte für China noch die Stufe 2 gegolten. Zum Vergleich: Dort rangiert, wegen des Risikos von Terroranschlägen, etwa auch Frankreich.

Gefahr am Reiseziel

„Außergewöhnliche Umstände am Reiseziel berechtigen jedenfalls zu einem kostenlosen Rücktritt von einer Pauschalreise, informierte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) diese Woche. Erhebliche Risiken für die Gesundheit wie der Ausbruch einer schweren Krankheit am Reiseziel seien jedenfalls ein derartiger außergewöhnlicher Umstand.

Kulanz

Von einzelnen Veranstaltern war diese Woche zu hören, dass sie aus Kulanz kostenlose Stornierungen von China-Reisen oder Umbuchungen zugelassen hätten. Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen ReiseVerbands (ÖRV) und Prokurist von TUI Austria, hat aber von keiner einzigen Stornierung gehört. Die Begründung ist einleuchtend: Rund um das chinesische Neujahrsfest, das heuer auf den 25. Jänner fiel, verreisen zwar Hunderte Millionen Chinesen. Nach China drängt es um diese Jahreszeit aber nur wenige Gäste aus dem Ausland, schon gar nicht aus Österreich. Auch ohne das Coronavirus wäre der „Tourismus nach China jetzt sehr eingeschränkt“, erklärt Peterleithner. Dazu komme, dass die „Gegend um Wuhan auf keiner touristischen Landkarte ist“. Übersetzt heißt das: Pauschaltouristen zieht es dort nicht gerade in Scharen hin.

WHO-Notstand

Angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstagabend den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Derartiges erfolgte zuletzt im Vorjahr nach dem Ebola-Ausbruch im der Republik Kongo. Die WHO ruft die Staaten aber auch dazu auf, die Grenzen offen zu lassen, damit Menschen reisen könnten und der Handel nicht unterbrochen werde.

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