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Wirtschaft
01/27/2020

Coronavirus: Österreichische Forscher unterstützen weltweite Suche nach Wirkstoff

Das Innophore-Team arbeitet mit einer Gruppe von ausgewählten Bioinformatikern eines führenden pharmazeutischen Unternehmens in Peking.

von Kid Möchel

"Die Ereignisse haben sich in den vergangenen drei Tagen buchstäblich überschlagen", sagt Christian Gruber, Geschäftsführer des Grazer Jungunternehmens Innophore. "Aus Eigeninitiative heraus haben wir im wenige Stunden zuvor veröffentlichten Genom des Coronavirus 2019‐nCoV nach einem der Schlüsselenzyme dieser Virenklasse gesucht und sind fündig geworden. Basierend darauf machten wir mit unserer Technologie bekannte und für andere Viren bewilligte Wirkstoffe ausfindig, die das Coronavirus theoretisch bekämpfen könnten."

Und weiter sagt er: "In Forschungskreisen nennt sich das „Drug Repurposing„ oder “Drug Repositioning„ ‐ das Finden von bereits bewilligten Arzneimitteln für neue pharmazeutische Zwecke. Nachdem wir diese Forschungsergebnisse veröffentlichten, haben sie sich innerhalb kürzester Zeit verselbstständigt und ich wurde von einer Führungsperson eines großen Pharmakonzerns in Peking kontaktiert."

Seither arbeitet das Innophore-Team gemeinsam mit einer Gruppe von ausgewählten Bioinformatikern eines führenden pharmazeutischen Unternehmens in Peking
und dem „Chinese Center for Disease Control and Prevention“ an Vorschlägen für mögliche Medikamente gegen das Virus.

"Im Normalfall geschieht das mit aufwendigen Tests in chemischen Laboren. Diese brauchen Zeit, die wir im Falle des Virus allerdings nicht haben. Genau hier liegt unser großer Vorteil:
Wir arbeiten mit der von uns entwickelten Catalaphore®‐Plattform, die computerbasiert mittels Algorithmen neue Enzyme und Wirkstoffe für Arzneimittel erforscht, und das schneller als in herkömmlichen Laboren", erklärt Gruber. "Ob der von Innophore ermittelte und empfohlene Wirkstoff tatsächlich die gewünschte Wirkung gegen das Virus erzielt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen."

Der Hintergrund

Die Innophore wurde laut eigenen Angaben 2017 als Spin‐off der Karl‐Franzens‐Universität und des Austrian Centre of Industrial Biotechnoloy von Christian Gruber, Georg Steinkeller und Universitätsprofessor Karl Gruber gegründet. Das Biotechnologie‐Startup entwickelte die Catalaphore®‐Plattform, eine Suchmaschine, die mittels Künstlicher Intelligenz und Big Data Enzyme und Wirkstoffe für die pharmazeutische Industrie sowie für industrielle Prozesse schnell und kostengünstig findet. Mit der EOSS Industries als strategischen Investor baute sich das Unternehmen einen internationalen Kundenstock auf, zu dem renommierte Big Player wie Merck oder Henkel zählen.

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