Kohlund (ganz links) über das „Traumhotel“: „Solche Formate haben ihre Berechtigung“.

© ORF LISA FILM/Oliver Roth

Es ist nicht nur ein Zuckerschlecken
01/01/2013

"Es ist nicht nur ein Zuckerschlecken"

Das Traumhotel: Am Freitag (20.15, ORF 2) besucht Christian Kohlund als Hotelbesitzer Markus Winter Myanmar.

von Anna Gasteiger

KURIER: Markus Winter ist ein Garant für Sicherheit und Stabilität, ein Friedensstifter und Repräsentant deutscher Tugenden im Ausland ... Christian Kohlund: Ob man von deutschen Tugenden sprechen kann, weiß ich nicht, ich bin ja Schweizer. Und in der Gastronomie sind es oft österreichische Tugenden. Markus Winter hat vor allem eine dramaturgische Funktion. Er ist jemand, der für alle da ist und Dinge wieder in Ordnung bringt. So ein bissel ein Engel. Das ist auch die Gefahr dieser Rolle, dass sie dadurch wenig Ecken und Kanten hat, was man sich als Schauspieler natürlich wünschen würde.

Spielen Sie die Rolle gerne?Sicher. Man muss das ja im Zusammenhang sehen. Erstens bin ich der Meinung, dass solche Formate durchaus ihre Berechtigung haben. Es gibt doch eine große Gruppe von Leuten, die das gerne sehen. Sie träumen halt ein bisschen mit. Und ich komme ja aus einer alten Schauspielerfamilie. Wir haben an einem Tag Shakespeare gespielt und am nächsten in einer Uraufführung moderner Literatur und am dritten Tag tritt man in der Operette auf. Die Rolle alleine jetzt würde mich als Schauspieler sicher nicht zufriedenstellen. Aber es gehört zum Beruf dazu. Und wenn man es macht, muss man es professionell machen. Menschen sagen mir an der Kasse beim Einkaufen: „Das tut mir gut. Ich fühle mich bei Ihnen zu Hause.“ Ich habe festgestellt, das geht durch alle Berufe durch – von Akademikern bis zu Arbeitern.

Wie darf man sich die Dreharbeiten vorstellen – ist das wie Urlaub? In Myanmar haben wir zu einer Jahreszeit gedreht, vor der in jedem Reiseprospekt abgeraten wird, weil es so extrem heiß ist. In der Hitze dreht man dann 15, 16 Stunden am Tag. Die technische Abteilung des Team hat eine unglaubliche Leistung erbracht. Es ist also nicht nur ein Zuckerschlecken. Aber andererseits – wie oft kommt man dazu, nach Myanmar zu fahren und so viele unglaublich schöne Dinge zu sehen? Ich nütze jeden freien Tag, um rauszufahren und mir alles anzuschauen.Das Traumhotel wird oft in Weltgegenden gedreht, in denen es bei Weitem nicht so idyllisch zugeht wie in den Filmen. Wie gehen Sie damit um? Da müsste ich mit einer Gegenfrage antworten: Nennen Sie mir bitte ein Land auf dieser Welt, wo alles in Ordnung ist? Selbst in Österreich gibt es einen Sumpf von Korruption. Wir haben das in allen Ländern: In der Dominikanischen Republik ist es so, in Südafrika und Saudi-Arabien gibt es Riesenprobleme. Von China und Indien gar nicht zu reden. Myanmar wurde zu Recht über viele Jahre boykottiert. Aber es tut sich was im positiven Sinne. Ich bin da nicht blauäugig. Das sind Dinge, die haben mich schon immer beschäftigt. Die beschäftigen mich aber auch, wenn ich nach Kärnten fahre.

Schlägt sich das Traumhotel auf die Tourismuswirtschaft nieder? Die Zahlen waren zum Teil ganz erstaunlich. Auf den Seychellen haben die Buchungen aus Deutschland um 300 Prozent zugenommen.

Die Regionen profitieren also davon, dass Sie dort drehen? Das kommt ja bei mir weniger an, als beim Sender und der Produktionsfirma, aber es kommen immer die Fragen: Wo ist das Hotel? Wie kann ich das buchen? Was ich mitgekriegt habe, hat es den Ländern sehr viel gebracht.

Wieso heißt eine Figur, die so sehr für Sommer und Urlaub steht, ausgerechnet Winter? Kann ich Ihnen nicht sagen. Insofern hatte ich damit keine Probleme, weil ich aus einer Winter-Familie komme. Meine Mutter Margrit Winter war auch Schauspielerin, mein Großvater Marcel Winter war Seemann und hat die ganze Welt bereist. Es ist ein Teil meines Familiennamens, es passt also.

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