Wirtschaft
03.05.2017

Chinesen kaufen bekannten Wiener Vermögensverwalter

Asiaten sind im Kaufrausch: HNA ist jetzt auch der größte Einzel-Aktionär bei der Deutschen Bank.

Der chinesische Konzern HNA Group ist in Einkaufslaune: Die Asiaten übernehmen eine satte Mehrheit am Wiener Vermögensverwalter C-Quadrat. Die Stiftungen und Holdings der bisherigen Kernaktionäre, der C-Quadrat-Gründer Thomas Riess und Alexander Schütz sowie Immobilien-Investor Klemens Hallmann, hätten die Verträge am Mittwoch unterzeichnet, hieß es in einer Börsenmitteilung.

C-Quadrat wurde 1991 in Wien gegründet und notiert seit 2006 an der Frankfurter sowie seit Mai 2008 an der Wiener Wertpapierbörse. Im abgelaufenen Jahr hatte man Vermögen im Wert von rund 6 Milliarden Euro veranlagt.

Schon bisher waren C-Quadrat und HNA in engem Kontakt gestanden: Über die Wiener Vermögensverwalter läuft nämlich die Beteiligung der Chinesen an der Deutschen Bank. Und die wurde am Mittwoch ebenfalls kräftig aufgestockt: Mit 9,92 Prozent Anteil an den Aktien sind die Chinesen jetzt der größte Einzelaktionär an Deutschlands größtem Geldinstitut – sie haben die Herrscherfamilie Katars abgelöst, die rund acht Prozent (und zwei Prozent Kaufoptionen) hält. US-Investor Blackstone ist mit rund sechs Prozent beteiligt. Im Mai soll C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz zudem in den Aufsichtsrat der Bank einziehen.

HNA war bisher als Miteigentümer von Fluggesellschaften (Hainan), Flughäfen (Swissport) und Hotels (Hilton) bekannt, verlegte aber neuerdings den Schwerpunkt auf Finanzen und Immobilien. Die Chinesen sind auch an der kriselnden deutschen HSH Nordbank interessiert.