China: Teenager verkauft Niere für Iphone

APFILE - In this June 19, 2009 file photo, a shop worker holds the new Apple iPhone 3GS in Barcelona, Spain. As smart phones increasingly appear alike, with high-end models mostly taking their cues from Apple Inc.s iPhone, more and more its the software t
Foto: AP Eine Niere für ein Iphone: Ein Jugendlicher hat sich das Organ deshalb entnehmen lassen

In China sind fünf Personen verhaftet worden, die einem 17-Jährigen eine Niere abgekauft haben - er wollte dafür ein Iphone haben.

Wie die amtliche staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet, sind die fünf Personen – darunter auch ein Chirurg und ein Krankenhaus-Mitarbeiter – in der Stadt Chenzhou festgenommen worden. Sie sollen einem Schüler die Niere entnommen und den Weiterverkauf organisiert haben. Laut Xinhua habe einer der Angeklagten, He Wei, angegeben, er sei pleite und frustriert wegen Spielschulden gewesen. Er soll deshalb einen der Mitangeklagten beauftragt haben, in einem Online-Chatroom für Organspender nach potentiellen Verkäufern zu suchen - so sei man mit dem Schüler in Kontakt getreten. Ein weiterer Angeklagter habe dann einen OP-Saal für die Transplantation im April des Vorjahres angemietet.

Der Schüler selbst, ein 17-Jähriger namens Wang, habe für seine Niere 3500 Dollar erhalten – ein Zehntel dessen, was die Angeklagten bekommen haben. Auf die Schliche gekommen sei den Angeklagten die Mutter des Teenagers: Sie habe sich gewundert, wie ihr Sohn sich plötzlich ein Iphone leisten habe können – der 17-Jährige hatte sich mit dem Geld das teure Gerät besorgt. Auf Drängen der Mutter habe der Jugendliche zugegeben, seine Niere verkauft zu haben, berichtet die Zeitung Southern Daily.

1,5 Millionen warten auf Spenderorgane

Das Blatt hat bereits im vergangenen Monat über eine Zunahme bei Organhandel-Fällen berichtet: Mehrere Personen hätten ihre Nieren verkauft oder zumindest zum Verkauf angeboten. Die Gründe: Geldprobleme – Schulden, die Anzahlung für ein Smartphone oder eine Abtreibung. In China hat dies zu einer regen öffentlichen Diskussion geführt, warten doch etwa 1,5 Millionen Menschen auf ein Spenderorgan, doch nur 10.000 Transplantationen werden jährlich durchgeführt.

Auch die Kommunistische Partei hat auf diese Fälle reagiert - die offizielle Meinung geht dahin, dass dies negative Folgen des zunehmenden Konsumismus in China seien. „Wenn junge Menschen zwischen ihrem Körper und Materiellem wählen müssen, entscheiden sie sich für letzeres", schreibt die Parteizeitung Guangming Daily.

(ap, KURIER / ep) Erstellt am
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