Wirtschaft
27.12.2011

China rüstet sich für Einkaufstour in Europa

China stockt seinen Staatsfonds CIC um 50 Milliarden Dollar auf. Damit soll in Europa und auch den USA eingekauft werden.

China will seinen Staatsfonds CIC mit einer Kapitalspritze von bis zu 50 Mrd. Dollar aufrüsten (38,3 Mrd. Euro). Der bereits mit 410 Mrd. Dollar ausgestattete Fonds soll damit vor allem in Europa auf Einkaufstour gehen, sagten zwei mit der Angelegenheit Vertraute am Freitag zur Nachrichtenagentur Reuters. Auch Zukäufe in den USA sind geplant. "Der Plan für die Kapitalaufstockung dürfte in Kürze bekanntgegeben werden", sagte ein mit dem Vorgängen Vertrauter, der anonym bleiben wollte. Der CIC lehnte auf Nachfrage eine Stellungnahme ab.

China besitzt mit 3,2 Billionen Dollar die weltweit größten Devisenreserven, die bisher vor allem in den Kauf von Staatsanleihen der USA und vieler Euro-Länder gesteckt wurden. Nicht zuletzt wegen der Schuldenkrise hält die Volksrepublik aber zunehmend nach anderen Anlagemöglichkeiten Ausschau und nimmt dabei zunehmend westliche Industriefirmen ins Visier. Einem Bericht des Manager Magazins zufolge rangiert der CIC bei der Suche des Autobauers Daimler nach einem Großaktionär ganz oben auf der Liste für eine Beteiligung. Im Gespräch ist demnach eine Beteiligung von fünf bis zehn Prozent.

China beteiligt sich an portugiesischem Energieversorger

Das chinesische Staatsunternehmen "Three Gorges" hat erst in dieser Woche den Zuschlag für das Bieterrennen um eine 21-prozentige Beteiligung am portugiesischen Versorger EDP gewonnen und damit den deutschen Energieriesen E. ON aus dem Feld geschlagen. Rund 2,7 Mrd. Euro werden dafür nach Portugal überwiesen. Das klamme Land hatte sich wegen der Staatsschuldenkrise zum Verkauf des öffentlichen Anteils entschlossen.

Australischen Kohleproduzenten übernommen

Der chinesischer Staatskonzern Yanzhou übernimmt in einem Milliardengeschäft den australischen Kohleproduzenten Gloucester Coal. Der Hauptaktionär des australischen Unternehmens Gloucester Coal, die in Singapur angesiedelte Noble Group, segnete den 1,7-Milliarden-Euro-Deal ab.

Konzerne aus China und Indien zeigen vermehrt Interesse an australischen Bergbaubetrieben. Australische Kohle und andere Rohstoffe sollen helfen, die Energiebedürfnisse der boomenden Wirtschaftsnationen zu stillen.

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