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Wirtschaft von innen
04/28/2014

Casinos Austria: Der geheime, neue Standort

Konzessionen. Platzhirsche gegen Newcomer.

von Andrea Hodoschek

Wie ein Staatsgeheimnis hüten die Casinos Austria (Casag) ihren Standort, mit dem sie ins Rennen um die begehrteste der drei ausgeschriebenen Neu-Konzessionen in Wien und Niederösterreich gestartet sind. Konkret geht es um die Lizenz "Wien Süd-West", die auf die Bezirke 3 bis 19 und 23 beschränkt ist. Bis dato gibt es in Wien nur ein Vollcasino (Automaten plus Tische mit Croupiers), jenes der Casag in der Kärntner Straße im ersten Bezirk.

Wie der KURIER erfuhr, bewarb sich die Casag mit der Adresse Linke Wienzeile 216/Stiegergasse 1 im 15. Bezirk. Nicht gerade ein Topstandort. Derzeit befindet sich dort nur eine Baustelle für ein Bürogebäude samt Gastronomie. Plantermin für die Fertigstellung ist der 25. Mai 2015. Die Casinos, die dazu keinen Kommentar abgeben wollen, würden im ersten Stock einziehen.

Der 15. Bezirk wurde gewählt, um den Betrieb in der Kärntner Straße, einer der ertragreichsten Standorte der Casag, nicht zu kannibalisieren. Bisher gewann das teilstaatliche Unternehmen, das Verluste einspielt und unters Dach der Staatsholding ÖIAG soll, die Lizenzen für alle seine zwölf bestehenden Standorte in Österreich wieder.

Um die Neu-Konzession sind allerdings zwei private Newcomer mit wesentlich attraktiveren Projekten angetreten. Investor Michael Tojner will gemeinsam mit den börsenotierten Century Casinos in seinem Hotel InterContinental am Stadtpark das "Casino Flamingo" aufziehen. Die Gruppe plant Europas elegantestes Hotel-Casino. Im leer stehenden Palais Schwarzenberg projektiert der deutsche Automaten-Konzern Gauselmann gemeinsam mit der Schweizer Stadtcasino Baden AG ebenfalls einen Spieltempel für finanzkräftige Gambler. Beide Projekte würden aus der Kärntner Straße in großem Stil Gäste abziehen.

Obendrein rittert noch die Novomatic mit ihrem Automaten-Casino im Böhmischen Prater um diese Lizenz. Was eine Initiative der Jungen ÖVP verhindern will. Unter dem Motto: "Kein Zockercasino im Naherholunsgebiet". Der Konzern des Industriellen Johann F. Graf hat sich mit dem großen Automaten-Casino "Admiral" im Prater um die zweite Wiener Konzession beworben und in Niederösterreich mit dem Standort Bruck an der Leitha.

Anzunehmen, dass Novomatic, die bereits in den Bundesländern bei den Automatenkonzessionen abräumte, den Zuschlag im Prater bekommt. Sollte die Casag im Stadtgebiet obsiegen, wären die Konzessionen wieder auf die Platzhirsche aufgeteilt. Oder das Finanzministerium gibt den neuen Playern doch eine Chance. Finanz-Staatssekretärin Sonja Steßl will, hört man, Ende Mai/Anfang Juni endlich entscheiden.

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