Wirtschaft | BusinessOesterreich
19.04.2017

Radeln in der digitalen Ära: Voll vernetzt bergauf

Fahrräder mit Bordcomputer, gefüttert über das Smartphone von zu Hause aus, sind die Zukunft.

Selbst fahren muss man schon noch: Das "autonome Fahrrad" gibt es noch nicht. Aber: E-Bikes mit Bordcomputer, der Daten über Routenplanung, Reichweite, Online-Tourtagebuch oder Service-Intervalle anzeigt, sind der Wachstumsmarkt im allgemein stagnierenden Fahrradsektor. Die Vernetzung eröffne völlig neue Möglichkeiten für die Zukunft des E-Bikes, ist Tamara Winograd, Leiterin des Marketing bei Bosch eBike Systems, überzeugt.

Ein Blick auf den Bordcomputer und die E-Biker haben alles unter Kontrolle: Uhrzeit, Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Distanz oder Akku-Ladezustand. Digital steuert das E-Bike das Ziel an – je nach Wunsch anstrengend über Berg und Tal oder energie- und kräftesparend. Die Route selbst kann von zu Hause am Smartphone ausgetüftelt und auf den Bordcomputer übertragen werden.

"Technologisch gibt es bei den E-Bikes noch großes Innovationspotenzial", betont Winograd. Dabei gehe es vor allem um Antriebe und Akkus, die noch kleiner und auch leichter würden. Zudem würden Licht, Dämpfung oder Navigation "intelligent" gesteuert. Genau daran arbeite Bosch eBike Systems, ein Tochterunternehmen des Bosch-Konzerns, das 2009 als Start-up begonnen hat. Inzwischen ist das Unternehmen sogar in den USA und Australien präsent.

Ohne Technik und Innovation würde sich am heimischen Fahrradmarkt allerdings wenig bewegen. Seit 2012 geht die Zahl der Fahrrad-Verkäufe leicht zurück – von 410.000 auf 397.000 Stück im Vorjahr.

Lastenräder im Kommen

Neben den E-Bikes, deren Absatz in Österreich im Vorjahr um zwölf Prozent auf 86.546 gestiegen ist, zeichnet sich auch bei den Lasten-Fahrrädern ein Boom ab – wenn auch noch auf bescheidenem Niveau. Wurden 2015 erst 3900 Lasten-Bikes verkauft, waren es 2016 schon 14.689, geht aus den Daten des Verbandes der Sportartikelerzeuger und -ausrüster Österreichs hervor.

"Viele Lebensmittelkonzerne und Lieferdienste haben umgesattelt und verwenden im urbanen Bereich eigene E-Cargobikes für die Hauszustellung", sagt Winograd. In Österreich gebe es hier noch großes Wachstumspotenzial. Immer mehr Städte würden die Anschaffung von Transportfahrrädern auch finanziell unterstützen. Wien fördere seit März dieses Jahres den Kauf von E-Cargo-Rädern.

Citybikes dagegen verzeichneten im Vorjahr einen kräftigen Absatzrückgang. Mit 17.486 Stück wurden um 37 Prozent weniger verkauft als im Jahr zuvor. Auch im größten Segment, den Mountain-Bikes, gab es ein kleines Minus von 0,2 Prozent.