© BBT SE/Michaela Kaltenböck

Wirtschaft
10/22/2020

Brenner Basistunnel: Die Krux mit den Tübbingen

Problematik ist mit den Außenringen des Tunnelschachts ist seit zwei Jahren bekannt.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Bergbau. Die massiven Differenzen zwischen der Brenner Basistunnel (BBT) SE und einer Arbeitsgemeinschaft um den österreichischen Baukonzern Porr schlagen hohe Wellen. „Die drohenden Verzögerungen beim Baufortschritt des BBT von mehreren Jahren sind für uns inakzeptabel“, teilen der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter und sein Südtiroler Kollege Arno Kompatscher in einer Aussendung mit. „Jede Verzögerung geschieht auf dem Rücken der transitgeplagten Tiroler und Südtiroler Bevölkerung. Sowohl der Auftragnehmer als auch die BBT SE müssen daher eine Lösung finden, damit der Bau so schnell und effizient wie möglich finalisiert werden kann.“

Wie berichtet, tagte gestern, Donnerstag, der BBT-Aufsichtsrat. In der Sitzung soll der BBT-Vorstand dem Gremium eine Vertragsauflösung für das Baulos H51 Pfons-Brenner, das Herzstück des Brenner Basistunnels, vorgeschlagen haben. Begründung: technische Differenzen mit der Arge um die Porr AG.

Im Kern geht es um die Stärke der Tübbinge, also der Außenringe des Tunnelschachts. Laut Planung sind 40 cm starke Tübbinge vorgesehen, die aber für die vorgegebene Traglast laut Porr zu dünn sind. Die Tübbinge müssen nicht nur die Gebirgslast tragen, sondern an ihnen stützen sich auch die mächtigen Tunnelbohrmaschinen ab. Fakt ist auch: Ein dickerer Tübbing würde die Baukosten (966 Millionen Euro) um gut zehn Prozent verteuern.

Lösungswege

Vor fast genau zwei Jahren soll die Arge die BBT SE zum ersten Mal darauf aufmerksam gemacht haben, dass ein 40- cm-Tübbing die vorgeschriebene Last von 960 bis 2.200 Kilopascal nicht tragen kann. Später wurde sogar eine Taskforce aus Experten der BBT SE und der Arge H51 gegründet, um einen Lösungsweg zu finden. Die Arbeit der Taskforce soll schon im März 2019 vorzeitig beendet worden sein.

Vor einem Jahr soll der neue BBT-Vorstand über die Problematik informiert worden sein. Im November 2019 wurde ein tunneltechnischer Sachverständiger zur Lösung des Problems bestellt, der aber im März 2020 wieder abberufen wurde. Der Arge hat nun am 5. Oktober 2020 der BBT einen neuen „kostenneutralen“ Tübbing-Vorschlag mit Traglasten von 850 bis 1.200 Kilopascal vorgelegt.

Bei Redaktionsschluss des KURIER lag noch keine Stellungnahme des BBT-Vorstands bzw. des Aufsichtsrats vor.

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