© Gilbert Novy

Wirtschaft von innen
01/17/2020

Börsenroulette für die Casinos Austria?

ÖVP-Wirtschaftskreise favorisieren den Gang an die Wiener Börse, die Grünen wären nicht dagegen.

von Andrea Hodoschek

Für die Zukunft der teilstaatlichen Casinos Austria werden derzeit mehrere Szenarien durchgespielt. Eines davon ist der Gang an die Wiener Börse, der vor allem in ÖVP-Wirtschaftskreisen stark favorisiert wird.

Nach Ende des erbitterten Aktionärsstreits und dem Ausstieg der Novomatic ist die Zukunft der teilstaatlichen Casinos noch längst nicht klar. Fix ist nur, dass die Sazka Group, derzeit schon der größte Aktionär, mit dem Aufgriff der Novomatic-Anteile bei den Stimmrechten bald die absolute Mehrheit haben wird. Sazka könnte auch bei den Anteilen die Mehrheit bekommen, die Tschechen haben nicht nur eine Stimmrechtsvereinbarung mit dem Bankhaus Schelhammer und Schattera (gehört zur Grazer Wechselseitigen), sondern auch eine Option auf dessen Anteile.
Die Staatsholding ÖBAG sollte trotzdem geschätzte 60 bis 80 Millionen Euro investieren und ebenfalls von ihrem Aufgriffsrecht Gebrauch machen, wird in der ÖVP überlegt.

Anschließend sollten sich ÖBAG und Sazka jeweils auf eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie zurückziehen und ihre restlichen Anteile an die Wiener Börse bringen. Auch die Kleinaktionäre könnten ihre Anteile reduzieren. In der ÖVP hält man einen Börsegang innerhalb der nächsten zwei Jahre für durchaus realisierbar.Die zum Finanzministerium gehörende ÖBAG selbst hat sich noch nicht deklariert.

 

Bei den Grünen hat der Spielerschutz alleroberste Priorität. „Wesentlicher als ein höherer Eigentümeranteil des Staates sind für uns strengere Regeln für den Spielerschutz“, sagt dazu Nina Tomaselli, Finanzreferentin der Grünen, gegenüber dem KURIER.  Eine Erhöhung des staatlichen Anteiles sei kein Garant für mehr Spielerschutz, argumentiert TomaselliDie Grünen haben in das Koalitionsabkommen nicht nur strengere Spielerschutzmaßnahmen reklamiert, sondern auch die Entflechtung im Finanzministerium zwischen der Eigentümer- und den Aufsichtsfunktionen sowie die Schaffung einer unabhängigen Glücksspielbehörde. 

 

Fraglich ist allerdings, ob Sazka dabei mitspielen würde. Dem Glücksspielkonzern des Milliardärs Karel Komarek dürfte es primär daran gelegen sein, mit der Staatsholding einen Syndikatsvertrag zu schließen. Nach dem Vorbild von America Movil bei der Telekom und der Mubadala Investment von Abu Dhabi bei der OMV. Sazka wäre dafür bereit, den Aufsichtsratsvorsitz und den CEO der Staatsholding zu überlassen.

Eine Reduktion der Anteile dürfte für die Tschechen weniger in Frage kommen. Wenn Börsegang, dann für die Sazka-Gruppe selbst. Das war schon einmal ventiliert und wurde wieder verworfen und ist auch derzeit kein Thema. Wenn jedoch nur die ÖBAG und maximal noch einige der zahlreichen kleinen Aktionäre Anteile an die Börse bringen, hätte dieser Börsegang eher symbolischen Wert.

Offiziell heißt es aus Prag nur sehr allgemein, man fühle sich verpflichtet, gemeinsam mit der ÖBAG und dem Casinos-Team für eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zum Wohle der Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu sorgen. Und sei darauf vorbereitet, "uns auf das Kerngeschäft der Casag zu konzentrieren und Innovationen auf den Markt zu bringen".

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.