Boeing konzipierte die neue 747 als Konkurrenz zum A380 von Airbus.

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Wirtschaft
07/29/2020

Boeing stellt Produktion des legendären Jumbo-Jets 747 ein

Ein Stück Luftfahrtgeschichte neigt sich dem Ende zu: Vom Jungfernflug 1969 bis zum letzten Jumbo 2022 war es das wohl berühmteste Flugzeug der Welt.

Der US-Flugzeugbauer Boeing stellt die Produktion seines Jumbo-Jets 747 nach mehr als 50 Jahren ein. Die letzte 747 wird im Jahr 2022 gebaut, teilte Boeing am Mittwoch in Chicago mit. Konzernchef Dave Calhoun begründete den Schritt mit der derzeitigen Marktentwicklung. Der einst größte Passagierjet der Welt hatte 1969 seinen Jungfernflug absolviert.

Das Großraumflugzeug mit dem charakteristischen Buckel war dann 1970 in Betrieb genommen worden. In der Maschine finden mehr als 600 Menschen Platz.

Für viele Fluggesellschaften sind so große Flugzeuge allerdings angesichts des hohen Treibstoffverbrauchs nicht mehr rentabel. Sie setzen auf kleinere Maschinen, die ihnen mehr Flexibilität verschaffen.

Ein Stück Luftfahrtgeschichte geht zu Ende

Der Boeing 747 Jumbo-Jet ist nicht nur das wohl bekannteste, sondern auch eines der am vielseitigsten eingesetzten Flugzeuge der Geschichte. 2022 wird das letzte Modell gebaut werden. Unsere Bildergalerie zeigt eine Auswahl seiner etlichen Einsatzmöglichkeiten.

Air Force One: Das fliegende Präsidentenbüro

Die wohl berühmteste modifizierte Version ist diese Boeing 747-200B: Zwei dieser Jets sind aktuell als Teil der Flotte der US Air Force im Einsatz und dienen als mobiles Büro des US-Präsidenten. Ist er an Bord, so lautet das Rufzeichen desjenigen Flugzeugs stets "Air Force One". 

Air Force One: Das fliegende Präsidentenbüro

Hier besteigen Ex-US-Präsident Barack und First Lady Michelle Obama die "Air Force One". Seit den 90er Jahren verwendet der amtierende US-Präsident stets eines dieser 747-Modelle, da es aufgrund seiner großen Reichweite und seines geräumigen Innenraums auch auf Langstreckenflügen viel Komfort bietet.

Air Force One: Das fliegende Präsidentenbüro

Das Büro des Präsidenten befindet sich im vorderen Unterdeck, dahinter Konferenzräume, Küchen, Büros für Mitarbeiter des Stabes sowie Abteile für mitreisende Gäste und Journalisten. Der berühmte gleichnamige Sneaker des US-Unternehmens Nike ist übrigens ebenfalls nach dem Präsidenten-Jet benannt.

Shuttle-Schlepper der NASA: Huckepack

Die US-Raumfahrtsbehörde NASA ließ umgebaute 747-100-Jets zwischen 1977 und 2012 komplette Space-Shuttles auf dem Dach transportieren. Der Shuttle wurde anschließend im Flug abgeworfen, um dessen Landeeigenschaften testen zu können.

Shuttle-Schlepper der NASA: Huckepack

Dieses aufwendige Manöver kam die Forscher billiger, als den Shuttle direkt zu starten - die 747 verbrauchte in diesem Vergleich weniger Treibstoff. Die Reichweite eines Solchen Flugs war aber aufgrund des Gewichts des Shuttles auf nur knapp 1800 Kilometer beschränkt.

"Cosmic Girl": Raketenwerfer zu Forschungszwecken

Diese umgebaute 747 ist gemeinhin unter dem Namen "Cosmic Girl" bekannt. Das private Raumfahrtunternehmen "Virgin Orbit" nutzt diese Version, um in großer Höhe Raketen abzufeuern - doch nicht zu Kriegszwecken, sondern um kleine Satelliten in die Erdumlaufbahn abzufeuern.

Ruhestand nach 51 Jahren

Hier verabschieden Piloten der australischen Fluglinie Qantas die letzte 747 der Flotte. Im Zuge der Corona-Krise hatte das Unternehmen verkündet, das Flugzeug nach einem letzten Flug nicht mehr verwenden zu wollen. Nun tut es der Hersteller, Boeing, Qantas gleich und beendet die 747-Produktion 2022.

Boeing verwies am Mittwoch auch auf den massiven Rückgang des Flugverkehrs infolge der Coronavirus-Pandemie. Dazu kämen langfristigen Auswirkungen der Krise auf die Luftfahrt.

Der Boeing-Konkurrent Airbus hatte im Februar 2019 das Aus für seinen Riesenflieger A380 verkündet, der die Boeing 747 als größtes Passagierflugzeug der Welt abgelöst hatte. Der europäische Flugzeugbauer hatte damit die Konsequenzen aus der fehlenden Nachfrage nach dem doppelstöckigen Riesenjet gezogen.

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