Jetzt auch BMW: Bayern streichen 8.000 Jobs
Jetzt also auch BMW: Als letzter deutscher Autokonzern legten die Münchner am Mittwoch ein großes Stellenabbauprogramm auf.
Wie dieses ablaufen soll, das haben Vorstand und Betriebsrat ausgehandelt, der neue BMW-Chef Milan Nedeljković und der Betriebsratsvorsitzende Martin Kimmich stellten die Einigung am Morgen auf einer Betriebsversammlung am Stammsitz in München vor, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Demnach soll BMW insgesamt rund 8.000 Jobs abbauen. Das entspräche laut SZ mehr als jeder elften Stelle in Deutschland.
Vor allem der Stammsitz in München soll betroffen sein: Dort arbeiten besonders viele Beschäftigte in der Verwaltung, also auf Stellen abseits der Werkshallen.
Wie die SZ berichtet, wurde ein Abfindungsprogramm für alle deutschen Standorte vereinbart.
Die rund 40.000 Beschäftigte in Deutschland sollen demnächst angeschrieben werden und ein Abfindungsangebot vorgelegt bekommen. Das wäre knapp die Hälfte der rund 84.000 BMW-Mitarbeiter in Deutschland.
Die Bayern produzieren auch in Österreich in einem Werk in Steyr und haben auch österreichische Kfz-Zulieferer.
Die im Dax notierte BMW-Aktie reagierte zunächst kaum auf die Nachricht. Dass BMW ein Stellenabbauprogramm bevorsteht, darüber wird seit Mitte Juni spekuliert. Damals hatte der nur einen Monat zuvor vom Produktionsvorstand zum Konzernchef aufgestiegene Milan Nedeljkovic eine deutliche Gewinnwarnung geben müssen. Seinerzeit hieß es zudem, dass der Konzern „die laufenden Kostensenkungen durch weitere Struktur- und Effizienzmaßnahmen intensivieren und beschleunigen“ werde.
Die tiefe Krise der deutschen Autobauer
Zuletzt hatte VW, Europas größter Autobauer, angekündigt massiv Stellen abzubauen. 50.000 Stellen sollen wegfallen.
Lange war BMW der letzte große deutsche Autohersteller, der ohne großes Stellenabbauprogramm auskam. Volkswagen, Mercedes, Audi, Porsche - alle hatten schon im vergangenen Jahr Stellenstreichungen angekündigt - teilweise in weit höherem Umfang.
Und im VW-Konzern wird bereits um die zweite Runde der Streichungen gerungen - mit Zahlen, die in die Zehntausende gehen. Erst diese Woche hat die Tochter Porsche mit dem Wegfall weiterer 5.000 Jobs den Anfang gemacht. Und auch die großen Zulieferer bauen ab.
Hersteller im Krisenmodus
Die gesamte deutsche Autoindustrie leidet derzeit unter dem Einbruch des chinesischen Marktes und dem sich dort stark erhöhenden Konkurrenz- und Preisdruck. Hinzu kommen die US-Zölle, die immer stärker werdende chinesische Konkurrenz auf dem Weltmarkt und zuletzt die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten auf die weltweite Konjunktur.
Dem kann sich auch BMW nicht entziehen, auch wenn die Münchner zuletzt meist etwas glimpflicher davonkamen als die deutsche Konkurrenz. Und für das Abfindungsprogramm nennt man in Unternehmenskreisen auch einen weiteren Grund: Für die Entwicklung der Neuen Klasse hatte BMW viel Geld in die Hand genommen, um einen technologischen Sprung zu schaffen. Dass die Entwicklungskosten danach wieder sinken sollten, hatte der Konzern schon im vergangenen Jahr betont. Und das umfasst offenbar auch Personal.
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