Bittere Pleite eines Shopbetreibers für regionale Produkte

Stempel "Insolvenz" auf Papier
Das Unternehmen soll geschlossen werden.

„Das Holzkistl bietet Produzenten aus ganz Österreich die Möglichkeit ihre kreativen, köstlichen, einzigartigen oder handgefertigen Produkte im stationären Handel zu präsentieren und verkaufen zu lassen! Ein Shop im Shop System für Klein- und Kleinstproduzenten oder Nebenberufler!“, heißt es auf der Firmen-Homepage. „ Das Ziel des Holzkistls ist es Nachhaltigkeit und regionalität zu fördern, indem wir Kleinunternehmen unterstützen und Kunden auf die Wichtigkeit es Umdenkens aufmerksam machen.“

Die Rede ist von der KW Holzkistl Vermietung GmbH, FN 573437s, Erzherzog-Johann-Straße 23/Tür 3, 8402 Werndorf, Steiermark. Sie hat heute, Mittwoch, einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz eingebracht. Das bestätigt Karl Quendler vom Österreichischen Verband Creditreform dem KURIER. Sechs Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Der Hintergrund

„Die KW Holzkistl Vermietung GmbH wurde 2022 gegründet und bietet laut eigenen Angaben, Produzenten aus ganz Österreich die Möglichkeit ihre kreativen, köstlichen, einzigartigen oder handgefertigten Produkte im stationären Handel zu präsentieren und verkaufen zu lassen“, so Creditreform. „Es handelt sich um ein Shop-im-Shop-System für Klein- und Kleinstproduzenten. Es werden drei Standorte betrieben (Center West Graz, EKZ Leibnitz, EKZ Kapfenberg). Der Standort EKZ Lannach wurde bereits mit 31.03.2025 geschlossen.“

Das Unternehmen wurde im Jahr 2025 im Rahmen der „Austria’s Leading Companies 2025“ „mit dem Inklusionspreis für herausragende unternehmerische Leistungen bei der Integration von Menschen mit Behinderung ins Berufsleben ausgezeichnet“.

Die Insolvenzursachen

„Anfang 2025 musste an allen Standorten ein Rückgang der Besucherfrequenz und rückläufige Verkäufe festgestellt werden. Dies führte zu verspäteten Mietzahlungen der Produzenten bzw. dazu, dass sich die zu bezahlende Miete für die Produzenten nicht mehr rechnete“, heißt es weiters. „Auf der anderen Seite war ein starker Anstieg der Fixkosten zu verzeichnen, sodass der Betrieb mittel- und langfristig nicht positiv geführt werden kann.“

Schulden und Vermögen

210 Gläubiger sind betroffen. Die Verbindlichkeiten betragen 277.000 Euro, die Aktiva 75.000 Euro.

Keine Zukunft

Die Schuldnerin beabsichtigt keine Fortführung des Unternehmens, es soll geschlossen werden. 

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