Bittere Pleite eines bekannten See-Restaurants
„Mit der gleichen Leidenschaft und Hingabe, die wir in unseren beliebten Gleisgarten in Wien gesteckt haben, bringen wir nun auch den Thaler See Garten zum Leben. Unser Ziel ist es, diesen Ort zu einem einladenden Rückzugsort gestalten, der unseren Gästen unvergessliche Momente und Erlebnisse bietet. Von der sorgfältig kuratierten Einrichtung bis hin zu einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm - bei uns steht das Wohl unserer Besucher stets im Mittelpunkt“, heißt es auf der Firmen-Homepage. „Wir sind bestrebt, eine Atmosphäre der Entspannung und des Genusses zu schaffen, in der sich jeder willkommen fühlt und seine Zeit in vollen Zügen genießen kann. Ob Sie sich für einen gemütlichen Kaffee im Café Thaler See, einen erfrischenden Drink an der Bar oder einen erholsamen Aufenthalt in unserem Boutique-Hotel entscheiden - wir möchten sicherstellen, dass jeder Besuch zu einem besonderen Erlebnis wird.
Und weiters heißt es: „Unser Team ist stets bemüht, eine warme und einladende Umgebung zu schaffen, in der sich unsere Gäste wie zu Hause fühlen. Wir hören auf das Feedback unserer Besucher und sind bestrebt, unser Angebot kontinuierlich zu verbessern, um Ihren Aufenthalt bei uns unvergesslich zu machen. Willkommen im Thaler See Garten, wo Ihre Erholung und Zufriedenheit unsere oberste Priorität sind.“
Die Rede ist von der KRAFTMoments KMG GmbH, FN 625166m, mit Sitz in der Thalerseestraße 100, 8051 Thal, Steiermark. Sie hat heute, Montag, einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz gestellt. Das bestätigt Karl Quendler vom Österreichischen Verband Creditreform dem KURIER. Elf Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.
Der Hintergrund
„Das Unternehmen wurde 2024 gegründet. Der Unternehmensgegenstand besteht im Betrieb des Restaurants Thaler See Garten, gelegen am Thalersee in Graz. Der Betrieb umfasst die Führung eines gastronomischen Unternehmens mit saisonabhängiger Ausrichtung sowie entsprechender Infrastruktur für den Restaurant- und Veranstaltungsbetrieb“, heißt es laut Creditreform. „ Weiters beabsichtigt die Antragstellerin im sogenannten „Steinfeldhaus“ am Jakominiplatz 16/Klosterwiesgasse 2/Jakoministraße 1, 8010 Graz, einen weiteren Gastronomiebetrieb, den sogenannten „Steinfeldgarten“ aufzubauen.“
Die Insolvenzursachen
Die Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung beruhe im Wesentlichen auf vergangenheits- und managementbedingten Ursachen. "Zusätzlich mussten erhebliche Investitionen in den Umbau und die Adaptierung des Außenbereichs des Thaler See Gartens getätigt werden, wodurch es zu einer vorübergehenden zusätzlichen Belastung der Liquidität kam", heißt es.
Schulden und Vermögen
"Die Verbindlichkeiten betragen laut vorgelegter Gläubigerliste rund 883.000 Euro, wobei insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, Dienstnehmern, einem privaten
Darlehensgeber sowie gegenüber öffentlichen Körperschaften bestehen", so der AKV. "Die Aktiva beziffert man mit rund 88.500 Euro, wobei es sich hier im Wesentlichen um die Betriebs- bzw. Geschäftsausstattung bzw. offene Forderungen im Zusammenhang mit dem Untermietverhältnis handelt."
Die Zukunft
„Es ist beabsichtigt, den Unternehmensbetrieb im Rahmen des beantragten Sanierungsverfahrens unter Umsetzung geeigneter Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen fortzuführen“, so Creditreform. 2Gemäß dem Sanierungskonzept ist insbesondere vorgesehen ab April 2026 die vorhandenen Synergiepotenziale zwischen dem Thaler See Garten und dem Steingarten zu realisieren. Während die Auslastung des Thaler See Gartens überwiegend an Wochenenden erfolgt, liegt der Auslastungsschwerpunkt des Steingartens vorwiegend an Werktagen. Vor diesem Hintergrund ist eine gemeinsame Nutzung:“ von Personalressourcen, Einkauf, Management sowie betrieblicher Infrastruktur vorgesehen.“ Durch diese Maßnahmen soll eine nachhaltige Verbesserung der Ertragslage und damit die dauerhafte Fortführungsfähigkeit sichergestellt werden.
Den Gläubigern wird aktuell ein Sanierungsplan von 20 Prozent zahlbar innerhalb von 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplans angeboten.
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