Bierabsatz 2025: Warum die Österreicher immer weniger Bier bestellen
Von Jasmin Sharma
Die heimischen Brauereien verzeichneten im vergangenen Jahr erneut Einbußen. 2025 produzierten sie um rund sieben Prozent weniger Bier als noch im Jahr zuvor, so die Zahlen des Verbands der Brauereien. Grund dafür sei ein seit mehreren Jahren sinkender Bierkonsum. Der Rückgang betraf neben der Inlandsproduktion auch den Export (minus 10,8 Prozent).
Immer mehr Menschen sparen beim Wirtshausbesuch
Neben Bier verzeichneten auch andere Getränkekategorien 2025 ein Minus. So wurden etwa weniger Wein, Mineralwasser und Limonaden sowie Fruchtsäfte getrunken. Dabei sparen die Menschen vor allem in der Gastronomie, so eine Befragung im Auftrag des Brauereiverbands. Mehr als die Hälfte der Befragten gingen 2025 seltener aus als in den Jahren zuvor. Die Auswirkungen sind klar sichtbar: Die Brauereien haben im vergangenen Jahr um vier Prozent weniger Fass- und Tankbier für die Gastronomie produziert.
Auch die Schließungswelle von Wirtshäusern wirke sich stark auf die Brauproduktion aus, so Karl Schwarz, Obmann des Verbands österreichischer Brauereien. Die Befragung zeigt auch, dass nur mehr ein Drittel einen spontan freiwerdenden Abend lieber im Lokal verbringen anstatt zuhause. Schwarz appelliert hier, dass es „der Seele guttut, wenn man ausgeht“.
Einen "Lichtblick" sieht Florian Berger, Geschäftsführer des Brauereiverbands, wegen der sinkenden Inflation. Der Höhepunkt der Bierproduktion und des Pro-Kopf-Verbrauchs sei aber nicht mehr zu erreichen.
Kampagne soll Bierkonsum anheizen
Um den Konsum wieder zu befeuern möchte der Brauereiverband in den kommenden Monaten die Menschen durch Kampagnen zum Biertrinken in der Gastronomie motivieren. Dafür will man mit Gastronomen zusammen Ideen entwickeln. Konkrete Konzepte liegen bisher noch keine vor.
Neben der Sparsamkeit der Konsumenten wirkte sich auch die Einführung des Einwegpfands auf Aludosen Anfang 2025 negativ auf den Bierabsatz aus. Im vergangenen Jahr wurden 100 Millionen Dosen weniger verkauft als noch 2024. Insgesamt ist die Dosenproduktion im Inland um 23 Prozent gesunken. Ganz verschwinden soll die „Hülse“ aber nicht. „Überall dort, wo Bruchsicherheit entscheidend ist, bleibt sie relevant“, sagt Geschäftsführer Berger.
Alkoholfreies Bier bleibt weiterhin im Trend
Während das klassische Bier an Beliebtheit verliert, punktet die alkoholfreie Variante bei den Konsumenten immer mehr. Der Gesamtausstoß von alkoholfreiem Bier im Inland stieg 2025 um sechs Prozent.
Der Anteil an der Gesamtmenge ist aber weiterhin überschaubar: „Jedes 25. getrunkene Bier ist ein alkoholfreies Bier“, präsentiert Obmann Schwarz. Es wurden 2025 rund 30 Millionen Liter alkoholfreies Bier gebraut. Inzwischen macht alkoholfreies Bier vier Prozent des Inlands-Ausstoßes aus. Besonders im ersten Quartal – in dem viele wegen des „Dry January“ auf Alkohol verzichten – legte der Absatz von alkoholfreiem Bier gegenüber dem Vorjahr um ganze zehn Prozent zu. Insgesamt sei dieser Erfolg auf ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein und eine „zunehmende Alkoholabstinenz“ zurückzuführen, so Schwarz.
Kommentare