Wirtschaft
22.02.2018

Betriebsansiedlungen: Wien verzeichnet Rekordwert

191 Unternehmen siedelten sich 2017 in Wien an - eine Steigerung von 13 Prozent zum Vorjahr. Österreichweit sind es 344.

Wien hat 2017 bei den Betriebsansiedlungen zum sechsten Mal in Folge einen Bestwert verzeichnet. Nachdem die Stadt mit 178 internationalen Neuzugängen 2016 bereits einen Rekordwert erzielt hatte, wurde dieser im Vorjahr erneut übertroffen. 191 Unternehmen siedelten sich in Wien an - eine Steigerung von 13 Prozent, wie das Büro von Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) der APA berichtete.

Die Zahlen liegen über jenen, die heute, Donnerstag, vom Bund präsentiert wurden. Denn es sind darin nicht nur jene Firmen enthalten, die von der staatlichen Austrian Business Agency (ABA-Invest in Austria) betreut wurden - das waren 157 -, sondern auch alle Ansiedlungen, die die städtische Wirtschaftsagentur (zum Teil in Kooperation mit der ABA) verbuchen konnte.

Deutlich an der Spitze

Insgesamt ist die Anzahl der internationalen Ansiedlungen in Wien seit 2012 um 73 Prozent gestiegen, wurde betont. Ressortchefin Brauner verwies darauf, dass Wien hier deutlich an der Spitze aller Bundesländer stehe: "Das häufigste Feedback der sich ansiedelnden Betriebe ist, dass sie vor allem die ausgezeichnete Infrastruktur, die Stabilität und die sich daraus ergebende Planungssicherheit schätzen." Die Zahlen würden auch zeigen, dass Internationalität, Modernität und Weltoffenheit mehr als nur Schlagwörter, sondern auch harte Standortfaktoren seien, die für Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze sorgten.

Die 191 Betriebsansiedlungen lösten laut Stadt Investitionen in Höhe von insgesamt 537,1 Mio. Euro aus - ein Plus von 86,5 Prozent im Vergleich zu 2016. 1.087 neue Arbeitsplätze seien dadurch geschaffen worden, hieß es.

Insgesamt haben in Österreich 344 Betriebe aus dem Ausland ihre Zelte aufgeschlagen. Das war der höchste Wert seit der Gründung der ABA-Invest vor 35 Jahren, wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und ABA-Chef Rene Siegl heute, Donnerstag, in einer Pressekonferenz betonten.

Ein Drittel aus Deutschland

Gegenüber dem Jahr davor gab es 2017 um 7,7 Prozent mehr Ansiedlungen, die über die ABA abgewickelt wurden. "Mit einem Budget von 4,3 Mio. Euro konnten wir 724 Mio. Euro an Investitionen bewegen", berichtete Siegl. Das war ein Zuwachs von 2,6 Prozent im Vergleich zu 2016. "Wir sind unser Geld wert", meinte er. Die neuen Unternehmen schufen 2.672 Arbeitsplätze - ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Als Start-ups wurden 24 (2016: 18) Unternehmen gegründet, darunter findet sich etwa auch ein syrischen Unternehmen namens Medicus, das Blutanalysen verständlich macht.

Gut ein Drittel (34 Prozent) der neuen Betriebe kam im Vorjahr aus Deutschland, jeweils 8 Prozent stammten aus Italien, der Schweiz und Slowenien. Immerhin 29 Prozent kamen aus Ost- und Südosteuropa: "Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Russland und Slowenien haben sich außerordentlich dynamisch für uns entwickelt", so der ABA-Geschäftsführer.