Wirtschaft
08.01.2013

Beste Aussichten für russische Aktien

Kapitalzuflüsse an Moskauer Börse erwartet

2013 sollte weltweit ein gutes Börsenjahr werden, mit russischen Aktien aber sollten Anleger besonders viel verdienen können, erwartet der Chefanalyst der Erste Group, Friedrich Mostböck.

Die Gründe für die positive Einschätzung liegen nicht in einer starken wirtschaftlichen Entwicklung oder einer hohen Gewinnsteigerung der Unternehmen, sondern in den Kapitalströmen der Anleger: Nach den hohen Gewinnen, die Investoren 2012 mit türkischen Aktien einfahren konnten, schauen sie sich nach neuen Top-Chancen um. Laut Erste Group fließt diese Liquidität in den russischen Markt. „Wir erwarten im ersten Quartal eine Verschnaufpause an der türkischen Börse und eine starke Performance in Russland“, erklärt Henning Esskuchen, Ost-Aktien-Analyst der Erste Group. Türkische Aktien sollten dennoch nicht völlig aus dem Blickfeld fallen.

Die Türkei bleibe Europas stärkster Wachstumsmarkt, habe eine junge Bevölkerung und interessante Unternehmen. „Die Türkei ist mein Lieblingsmarkt“, räumt Esskuchen ein. Die Verschnaufpause sollte zu Aktien-Zukäufen genutzt werden. Ein Teil des Liquiditätsabzugs aus der Türkei könnte in die „Grenzmärkte“ Rumänien und Bulgarien fließen. Das Risiko an diesen Börsen bleibe aber hoch. Das heißt: Wenn sich die Gesamtstimmung verschlechtert, verlieren diese Grenzmärkte besonders rasch.

Vorsicht in Polen

Die hohen Wirtschaftswachstums-Raten, von denen auch die polnische Börse 2012 profitieren könnten, sind 2013 nicht mehr zu erwarten. Die Erste Group mahnt Anleger daher zur Vorsicht mit polnischen Aktien. Der Markt habe historische Höchststände bereits überschritten. Der Wachstumsausblick sei schwächer als für die meisten Länder der Ost-Region. Die Aktien-Empfehlung lautet daher auf „untergewichten“.