Berühmt-berüchtigte Lebensmittel-Skandale

BSE, Salmonellen und Co.: Das Vertrauen der Konsumenten wurde schon vor dem jüngsten Fall EHEC immer wieder hart auf die Probe gestellt.

Das Vertrauen der Konsumenten in Lebensmittel wurde immer wieder durch Skandale erschüttert. Konsequenzen blieben nicht aus. So wurde doch das Lebensmittelrecht in der EU verschärft sowie die Agentur für Ernährungssicherheit und das RASFF (Rapid Alert System for Food and Feed) geschaffen. Dies ermöglicht EU-weiten, schnelleren Informationsaustausch. Hier eine Liste der aufsehenerregendsten Fälle vergangener Jahre... Salmonellen
Ab Anfang der 1970er Jahre sind die Fälle von Salmonellose stark angestiegen – eine Folge der Massentierhaltung und der praktizierten Schlachtverfahren... ... Besserungen gab es durch Änderungen der Produktionsverfahren. Bild: Salmonellen (rot) in abgestorbenem Tumorgewebe. Olivenöl
Der größte Lebensmittel-Skandal Spaniens forderte mehr als 750 Tote. Insgesamt wurden durch die Ölpanscherei rund 25.000 Menschen vergiftet. Billiges, vergälltes Rapsöl, das für den industriellen Gebrauch bei der Stahlherstellung bestimmt war, wurde als Olivenöl verkauft. Glykolwein
Der Skandal wurde 1985 aufgedeckt: Einige österreichische Winzer hatten ihrem Wein Diethylenglykol (Frostschutzmittel) beigefügt, um ihn süßer zu machen. Es gab mehrere Festnahmen, der österreichische Weinexport kam fast zum Erliegen. Im Jahr darauf machte Italien mit Methanol im Wein Schlagzeilen. Mehr als 100 Menschen wurden vergiftet und 29 starben. BSE
Auch als Rinderwahn bekannt. Ausgehend von Großbritannien traten in den 1990er Jahren die ersten Verdachtsfälle in Deutschland auf. In Österreich wurde der erste Fall im November 2001 bestätigt – ein Jahr nach der Entwicklung der Schnelltests. Insgesamt wurde seither bei sieben Rindern BSE festgestellt – zuletzt im Jänner 2010. Gammelfleisch
Seit 2005 wurde in Deutschland immer wieder aufgedeckt, dass tonnenweise verdorbenes Fleisch in den Handel geraten ist. Teilweise wurde bereits abgelaufenes Fleisch umverpackt und mit einem neuen Haltbarkeitsdatum versehen. Listerien
Anfang 2010 sorgte der "Killer-Käse" für Schlagzeilen. Listerien in Produkten eines steirischen Käse-Erzeugers führten zu insgesamt 32 Erkrankungen in Österreich und in Deutschland. Derzeit wird noch geprüft ob und inwieweit Listerien am Tod von acht Menschen beteiligt waren. Strafrechtlich steht das Ermittlungsverfahren in Sachen Listerien-Quargel nach fast eineinhalb Jahren vor dem Abschluss. Es steht nur noch auf das abschließende medizinische Gutachten eines Infektiologen aus. Ermittelt wird gegen fünf Mitarbeiter des Käseerzeugers Prolactal wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge. Dioxin
Ende 2010 wurde bekannt, dass in Deutschland in Eiern, Hühner- und in Schweinefleisch erhöhte Dioxin-Werte festgestellt wurden. Der Hintergrund: Ein Futterhersteller hatte technische Mischfettsäure als teures Futterfett verkauft.
(KURIER, KURIER.at / sho) Erstellt am
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