Wirtschaft
30.11.2017

Berg- und Talfahrt bei Bitcoin: Digitalwährung stürzt ab

Kräftige Ausschläge des Bitcoin-Kurses blieben auch am Donnerstag auf der Tagesordnung. Absturz um 2000 Dollar.

Die Digitalwährung Bitcoin hat ihre Rekordjagd zunächst abgebrochen und dafür eine gefährliche Berg- und Talfahrt begonnen.

Der Preis für die Cyber-Devise stieg am Donnerstag zunächst auf 10.790 Dollar. Bis zum Nachmittag fiel er auf 8897,06 Dollar zurück und lag damit mehr als 20 Prozent unter dem Rekordhoch vom Mittwoch.

Derart starke Tagesschwankungen wie aktuell beim Bitcoin kommen bei herkömmlichen Währungen äußerst selten vor. Ein Vergleich: Unter den großen klassischen Währungen weist das britische Pfund eine der stärksten Tagesschwankungen der vergangenen Jahre auf. Als das Brexit-Votum Ende Juni 2016 bekannt wurde, wertete das Pfund zum Dollar schlagartig um 12 Prozent ab. Solche Kursschwankungen sind bei herkömmlichen Währungen aber die Ausnahme. Beim Bitcoin kommen sie dagegen recht häufig vor.

Skepsis

Die Finanzaufsicht Bafin beobachtet vor diesem Hintergrund die Digitalwährung mit Skepsis. In Zeiten niedriger Zinsen seien Anleger eher bereit, Risiken einzugehen, sagte die Chefin der Wertpapieraufsicht der Bafin, Elisabeth Roegele am Donnerstag in Frankfurt. Nicht jede Kryptowährung werde sich jedoch am Markt durchsetzen. Im Zweifelsfall drohe Anlegern ein Totalverlust.

Die Aufseherin warnte: „Es tummeln sich auch Spekulanten und windige Geschäftemacher am Markt.“ Das trage zu massiven Kursschwankungen von Kryptowährungen bei, zehn Prozent an einem Tag seien keine Seltenheit.

Noch drastischer formulierte der US-amerikanische Star-Ökonom Joseph Stiglitz seine Bedenken. Er forderte ein Vorgehen des Gesetzgebers gegen die Cyberwährung. „Mir scheint, er müsste verboten werden“, erklärte Stiglitz. „Er erfüllt keinerlei sinnvolle soziale Funktion.“ Stiglitz war 2001 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden.

Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste unter den mittlerweile rund 1000 Digitalwährungen. Hinter ihm stehen nicht Zentralbanken, sondern Computer, an denen die Währung hergestellt oder „geschürft“ wird. Die Meinungen zu Kryptogeld gehen stark auseinander. Während die einen Freiheit und Anonymität schätzen, verweisen die anderen auf Gefahren wie Kursschwankungen oder kriminellen Missbrauch. Ob der aktuell massive Kurszuwachs gerechtfertigt ist, ist ebenfalls umstritten.