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Rückgang
02/15/2013

Bausparzinsen im Keller, aber über Sparbuch-Zinsen

Sogar Mindestverzinsung bröckelt ab.

von Irmgard Kischko

Das niedrige Zinsniveau geht auch an den Bausparkassen nicht spurlos vorbei: Haben die vier heimischen Institute – Wüstenrot, s Bausparkasse, Raiffeisen Bausparkasse und ABV – im Vorjahr noch mit vergleichsweise hohen Zinsen um die Kunden gebuhlt, starteten einige davon mit Zinssenkungen ins Jahr 2013.

Viele Sparer wissen nicht, wohin mit dem Geld, wie eine Umfrage jüngst bestätigte.

Vergleich

Bei der s Bausparkasse bekommen Neukunden nun drei Prozent fürs erste Jahr ihres Bausparvertrags, im Vorjahr waren es noch 3,5 Prozent. Dann fällt die Verzinsung auf die Untergrenze von einem Prozent. Die Raiffeisen Bausparkasse hat für ihre Neukunden diese Untergrenze mit Genehmigung der Finanzmarktaufsicht sogar auf 0,75 Prozent reduziert. Die anderen Bausparkassen belassen ihre Zins-Untergrenze noch bei einem Prozent. Im ersten Jahr erhalten Neukunden bei Raiffeisen aber noch 3,5 Prozent Zinsen. Auch Wüstenrot zahlt noch 3,5 Prozent im ersten Jahr. Eine höhere Verzinsung gibt es noch bei der ABV, die vier Prozent im ersten Bausparjahr anbietet, im Vorjahr waren es noch 4,25 Prozent.

Sparbücher

Trotz der Zinssenkungen sei Bausparen meist attraktiver als ein Sparbuch, betont s Bausparkassen-Chef Josef Schmidinger. Denn zu der Verzinsung komme die staatliche Prämie auf die Einzahlungen von 1,5 Prozent.

Bis April 2012 betrug die Prämie drei Prozent. Aus Budget-Spargründen wurde sie dann halbiert. 67 Millionen Euro kostete die Förderung den Staat 2012 nur noch. „Das ist sogar unter den Budgetplänen von 75 Millionen Euro “, sagt Schmidinger. Der Kundenzulauf zu den Bausparkassen wurde durch die Prämienhalbierung gebremst. 2012 wurden mit 907.702 Bausparverträgen um 7,2 Prozent weniger abgeschlossen als 2011.

Die Bauspareinlagen stiegen dennoch um 3,6 Prozent auf fast 20 Milliarden Euro. „Viele Sparer haben ihr Geld nach Ablauf des sechsjährigen Bausparvertrags bei den Kassen liegen gelassen. Denn die Verzinsung für dieses täglich behebbare Geld ist vergleichsweise gut“, begründet Schmidinger den Einlagenanstieg.