© APA/BARBARA GINDL

Geldanlage
08/27/2013

Bausparkassen buhlen um "Fremdsparer"

Zweitverträge sind relativ gut verzinst, konstatiert der VKI und empfiehlt einen Konditionenvergleich.

Ein zweiter Bausparvertrag, der zusätzlich abgeschlossen wird und für den es keine staatliche Prämie gibt, ist vergleichsweise mit relativ guten Zinsen ausgestattet, geht aus der September-Ausgabe des Testmagazins Konsument des Verein für Konsumenteninformation (VKI) hervor. Der Zweitvertrag laufe so lange bis der erste Vertrag ausläuft. Dann werde das angesparte Guthaben in einen neuen prämienbegünstigten Bausparvertrag übertragen, der wiederum sechs Jahre oder länger laufe.

Die Angebote der drei Bausparkassen richten sich vor allem bzw. sogar ausschließlich an Bausparer, die derzeit noch bei einer anderen Bausparkasse ansparen, "im Branchenjargon auch 'Fremdsparer' genannt", heißt es im Konsument. Die Bausparkassen wollten mit Zweitverträgen Neukunden gewinnen oder bestehende Bausparer bei der Stange halten.

Land der Bausparer

Hierzulande ist Bausparen weiterhin beliebt, wie aus einer im Juli veröffentlichten Studie hervorging. So wurden bei den österreichischen Bausparkassen im ersten Halbjahr etwas über 445.000 neue Bausparverträge abgeschlossen, um 12,6 Prozent oder rund 50.000 Stück mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Einlagen insgesamt stiegen um 3,8 Prozent auf 20,2 Mrd. Euro.

Worauf man achten sollte

Ungeeignet seien Zweitverträge bei absehbarem Kapitalbedarf. Empfohlen wird von den Konsumentenschützern beim Konditionenvergleich nicht nur Zinssätze und Konditionen des Zweitvertrags, sondern auch jene der aktuellen prämienbegünstigten Bausparverträge anzuschauen.

Zu haben seien Zweitverträge bei drei der vier Bausparkassen (ABV, Raiffeisen und Wüstenrot). Das Angebot sei eine Überlegung wert. "Verglichen mit den aktuellen Sparzinsen, die derzeit für Sparbücher oder Bundesschätze für einige Jahre Laufzeit angeboten werden, liegen die Bauspar-Zweitverträge relativ gut im Rennen", heißt es weiter.

Die Zinssätze für einen zweiten Bausparvertrag sind fix und liegen aktuell zwischen 3,00 Prozent und 2,50 Prozent. Die Zinsen für Prämienverträge liegen demnach bei den drei Bausparkassen zwischen 0,75 und 1,1 Prozent, dazu kommt noch die staatliche Prämie, die sich am allgemeinen Zinsniveau orientiert und für heuer 1,5 Prozent beträgt.

Falls man nach dem Ablauf des aktuellen Bausparvertrages ohnehin wieder einen neuen abschließen wolle, sei ein Zweitvertrag durchaus überlegenswert. Falls nicht, wird empfohlen, in aller Ruhe abzuwägen, ob man in den nächsten Jahren Kapitalbedarf haben werde oder ob man lieber auf jetzt schlechter verzinste, aber flexiblere Produkte setzte. Denn falls die Zinsen wieder steigen, bleibe man unter Umständen auf Jahre hinaus bei einem dann vergleichsweise niedrigen Zinssatz einzementiert. Falls man nach Ablauf keinen neuen Bausparvertrag abschließt, müsse man - zum Beispiel bei der ABV - einen Teil der Zinsen zurückzahlen.

Zu den Websites der Bausparkassen

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.