Wirtschaft 15.03.2016

Bauern empört: Deutsche Diskont-Butter bei Spar

Ist es dem Konsumenten wichtig, woher die Butter kommt? Ja, sagen die Bauern. © Bild: Viktor - Fotolia/Viktor/Fotolia

Handelskette: Erforderliche Sommermilch sei nicht in Österreich erhältlich gewesen.

Spar bietet derzeit über seine Diskontschiene "S-Budget" eine Butter aus Bayern an, was den Bauernbund empört. Er sieht die Konsumenten getäuscht, denn diese würden davon ausgehen, dass es sich um heimische Butter handelt. Spar verteidigt den Import: Die bayerische Herkunft sei klar gekennzeichnet und leider war in Österreich die erforderliche Sommermilch nicht zu haben.

Bauernbund: Spar wollte nicht genug zahlen

Stimmt so nicht, sagt wiederum Bauernbund-Sprecherin Andrea Salzburger. Vielmehr hätte Spar von den heimischen Molkereien ein Preisangebot verlangt, das nicht darstellbar gewesen wäre. In Deutschland hingegen sei die Milch um 3 bis 5 Cent je Liter günstiger. Obendrein werde in der herstellenden Molkerei in Nordbayern auch tschechische Milch verarbeitet.

Den Österreicherin sei es aber wichtig, regional einzukaufen. Dass für einen Konsumenten im oberösterreichisch-bayerischen Grenzland eine Milch aus Bayern möglicherweise regionaler ist als eine Milch aus Kärnten, räumte der Bauernbund ein. Aber es gehe eben auch um die Erhaltung der heimischen Landwirtschaft.

4000 Tonnen exportiert

Wobei diese selbst auch kräftig Milch exportiert: 34.000 Tonnen Butter wurden im Vorjahr hierzulande erzeugt, 4.000 Tonnen gingen laut Bauernbund in den Export. Eingeführt wurden 16.000 Tonnen.

Wobei der regionale Einkauf auch auf Bauernseite ein zweischneidiges Schwert ist. Bei den Standardtraktoren kamen im Jahr 2015 nur noch einer von drei aus heimischer Produktion von Steyr und Lindner. Wobei Marktführer Steyr bereits seit 1996 nicht mehr in österreichischer Hand ist und mittlerweile zum Fiat-Konzern gehört.

( Agenturen , sho ) Erstellt am 15.03.2016