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Mehr Kapital
07/08/2013

Banken halten den Stress ganz gut aus

Die Nationalbank warnt aber vor einer Überforderung und fordert noch dickere Eigenkapital-Polster.

von Christine Klafl

Es liest sich wie das Drehbuch zu einem Gruselfilm: Die Wirtschaft in Österreich, Zentral-, Ost- und Südeuropa stürzt in eine heftige Rezession. Innerhalb von drei Jahren entwickelt sich die heimische Wirtschaft um 5,8 Prozentpunkte schlechter als erwartet, jene im Osten gar um 7,5 Prozentpunkte. Hauptdarsteller in dem Schocker: die heimischen Banken.

Gleich vorweg: Der Film ist reine Fiktion, weil die Wirtschaft, wenn auch nicht berauschend, wachsen wird. Und trotzdem hat er fast so etwas wie ein Happy End. Denn selbst im Grusel-Szenario – von der Nationalbank „Stresstest“ genannt – schlagen sich die Banken recht tapfer und kommen besser davon als im Vorjahres-Test.

Die großen Drei

Dass die drei Größten (Erste, Raiffeisen und Bank Austria) auch im Worst-Case-Szenario auf eine Kernkapitalquote von 8,4 Prozent kommen, „erlaubt eine gewisse Zuversicht“, meint Notenbank-Direktor Andreas Ittner. Der gesamte Bankensektor wäre sogar auf „gestresste“ 8,9 Prozent Eigenkapital gekommen. Die Notenbanker rufen die Institute trotzdem dazu auf, sich einen noch dickeren Eigenkapital-Polster zuzulegen.

Problemfälle & Geheimniskrämerei

Wie viele Institute beim Test durchgefallen sind, wollen die Notenbanker nicht sagen. Nur so viel: Die, die nicht die gewünschten Ergebnisse geschafft hätten, seien im Wesentlichen bekannt. Gemeint sind Problemfälle wie die Kärntner Hypo. „Das ist Entscheidung des Eigentümers, und das ist die Republik Österreich“, sagt Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny auf die Frage, ob es für die Hypo eine „Bad Bank“ (als Giftdeponie für faule Kredite und derzeit unverkäufliche Beteiligungen) geben wird. Die Notenbank könne beim Prüfen derartiger Modelle aber jedenfalls ihre Expertise liefern.

Die Notenbank-Spitze will sich auch nicht darauf festlegen, ob sich die heimischen Geldinstitute an einer Bad Bank der Kärntner Hypo beteiligen sollen. Eindringlich wird die heimische Politik aber davor gewarnt, die Institute zu überfordern. Dickere Kapitalpolster, eine Verlängerung der Bankenabgabe (die ins Budget rinnt) und die Dotierung eines Fonds, der wankende Banken retten oder abwickeln soll – all dies werden die Profite der Geldhäuser nicht hergeben können. Die Politik müsse entscheiden, was vorrangig ist.

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